Schweiz

Ständeratswahlen: Das ist die Ausgangslage vor den zweiten Wahlgängen

Für die zweiten Ständerats-Wahlgänge sind in mehreren Kantonen die Weichen gestellt worden. Der Überblick.

Aargau

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Trotz Schwung aus den Frauen- und Klimastreiks wird die Aufholjagd von Mitte-links äusserst schwierig: Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) erzielten im ersten Wahlgang fast doppelt so viele Stimmen wie ihre beiden Herausforderinnen Ruth Müri (Grüne) und Marianne Binder-Keller (CVP).

Basel-Landschaft

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Die Grüne Maya Graf tritt gegen Daniela Schneeberger an. Zwar kann die Freisinnige auch im zweiten Wahlgang auf die vereinten bürgerlichen Stimmen zählen. Zulegen wird für sie aber schwierig – im Gegensatz zu Graf, welche die 3500 Stimmen dank Eric Nussbaumers (SP) Rückzug aufholen und die Wahl gewinnen sollte.

Bern

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Rot-Grün will es im Kanton Bern wissen: Entgegen den Planspielen vor dem ersten Wahlgang treten am 17. November sowohl Hans Stöckli (SP) als auch Grünen-Präsidentin Regula Rytz wieder an. Die beiden liessen am Sonntag alle Kandidaten der Bürgerlichen hinter sich. Diese setzen in der zweiten Runde auf Werner Salzmann (SVP) und Christa Markwalder (FDP) – auf der Strecke bleibt die BDP, deren Kandidatin Beatrice Simon auf den zweiten Wahlgang verzichtet.

Fribourg

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Christian Levrat (SP) landete im ersten Wahlgang auf dem Spitzenplatz, muss aber wie der zweitplatzierte Beat Vonlanthen (CVP) in die Stichwahl. Levrats Sitz ist ungefährdet. Eher zittern muss da schon Vonlanthen, dem Johanna Gapany (FDP) im Nacken sitzt. In der ersten Runde schnitt die 31-Jährige überraschend gut ab.

Genf

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Lisa Mazzone (Grüne) und Carlo Sommaruga (SP) sind so gut wie gewählt: Der Freisinnige Hugues Hiltpold lag bereits in der ersten Runde abgeschlagen auf dem dritten Platz. Mit der erneuten Kandidatur von Béatrice Hirsch (CVP) und Céline Amaudruz (SVP) jagen sich die Bürgerlichen gegenseitig Stimmen ab.

Luzern

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FDP-Mann Damian Müller hat die Wiederwahl auf Anhieb geschafft. Für den zweiten Sitz zeichnet sich eine stille Wahl ab: SVP und SP nehmen ihre Kandidaten aus dem Rennen und ebnen so den Weg für Andrea Gmür (CVP). Käme es unerwartet zu einer linken Kandidatur, würde Franz Grüter (SVP) nochmals antreten.

Schwyz

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SVP-Routinier Alex Kuprecht hat die Wahl geschafft. Gelingt es Nationalrat Pirmin Schwander, die historisch einmalige SVP-Doppelvertretung im Ständerat zu sichern? Im ersten Wahlgang landete er 106 Stimmen vor CVP-Regierungsrat Othmar Reichmuth, der noch einmal antritt. Aus dem Rennen genommen hat sich FDP-Regierungsrat Kaspar Michel. Reichmuth, der auch von der SP portiert wird, dürfte für den zweiten Wahlgang leicht im Vorteil sein.

St. Gallen

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Die beiden Bisherigen Benedikt Würth (CVP) und Paul Rechsteiner (SP) machten im ersten Wahlgang klar am meisten Stimmen. In der zweiten Runde haben sie denn auch die besten Aussichten. Für die Stichwahl wird sich Marcel Dobler (FDP) wohl zugunsten von Roland Büchel (SVP) zurückziehen.

Solothurn

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Pirmin Bischof (CVP) ist wiedergewählt, Roberto Zanetti (SP) muss in die Stichwahl. Seine Chancen stehen gut: Den Herausforderer Christian Imark (SVP) konnte er in der ersten Runde klar distanzieren. Die FDP unterstützt die SVP nicht. Imark sei ein «Kandidat mit totalitärer Gesinnung», sagte FDP-Nationalrat Kurt Fluri.

Tessin

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SVP-Nationalrat Marco Chiesa gelang am Sonntag ein Coup: Er erreichte überraschend den zweiten Platz und vermasselte den Favoriten Filippo Lombardi (CVP) und Giovanni Merlini (FDP) die Wahl im ersten Durchgang. Lombardi wird die Wahl wohl schaffen. Das Rennen für den zweiten Sitz ist offen: Einigen sich die Bürgerlichen nicht, eröffnet das eine Chance für SP-Nationalrätin Marina Carobbio Guscetti, die im ersten Wahlgang Merlini fast eingeholt hat.

Waadt

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Die Wahl von Olivier Français (FDP) vor vier Jahren war eine Überraschung. Sie beendete die linke Doppelvertretung, die acht Jahre lang Bestand gehabt hatte – und die nun wieder Wirklichkeit werden könnte. Die Grüne Adèle Thorens und die Sozialdemokratin Ada Marra erreichten im ersten Wahlgang fast 20 000 Stimmen mehr als Français. Mit der geballten Unterstützung von Mitte-rechts kann der Freisinnige diesen Rückstand aber aufholen.

Wallis

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Seit über 100 Jahren besetzt die CVP im Wallis beide Sitze im Stöckli. Nachdem sich Philippe Nantermod (FDP) aus dem Rennen genommen hat, spricht sich sogar alt Bundesrat Pascal Couchepin für SP-Kandidat Mathias Reynard aus – um die CVP-Dominanz zu brechen. Dieser lag im ersten Wahlgang nur 3000 Stimmen hinter Marianne Maret (CVP). Gelingt ihm die Sensation? Klar ist nur: Beat Rieder (CVP) dürfte die Wiederwahl locker schaffen.

Zug

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Im ersten Wahlgang schaffte Peter Hegglin (CVP) die Wiederwahl locker. Alt Regierungsrat Matthias Michel (FDP) positionierte sich knapp vor dem amtierenden SVP-Regierungsrat Heinz Tännler. Seinen Vorsprung verdankt der Freisinnige vor allem dem guten Abschneiden in der Stadt Zug. Hier macht ihm nun Tabea Zimmermann Gibson (Grüne) Wähler streitig. Obwohl sie im ersten Wahlgang abgeschlagen auf Rang vier gelandet ist, tritt sie nochmals an.

Zürich

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Roger Köppel scheute im Wahlkampf keinen Aufwand. Hinter dem bereits gewählten SP-Vertreter Daniel Jositsch und mit beträchtlichem Rückstand auf den zweiten amtierenden Ständerat Ruedi Noser (FDP) reichte es dem SVP-Nationalrat nur zu Rang 3. Köppels Verzicht würde die Chancen von Noser steigern und jene der Grünen Marionna Schlatter schwächen. Der Vorstand der Zürcher SVP entscheidet heute Abend über das Vorgehen.

Autor

Tobias Bär

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Anna Wanner

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Sven Altermatt

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