Der Steinwurf

Am 8. Oktober 1948 wirft Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler zwei faustgrosse Steine durch die Fensterscheiben des Bundeshauses. Der Landesring-Nationalrat wollte mit einem Vorstoss erreichen, dass die Schweiz Vorräte von wichtigen Lebensmitteln anlegt um auf Krisen vorbereitet zu sein. 

Doch der Nationalrat wollte den Vorstoss nicht behandeln, deshalb griff Duttweiler zu einem Protestmittel. Allerdings wohldurchdacht: Den Steinwurf hatte der dem Bundesweibel angekündigt. Er hatte ihn auch gebeten, die Polizei zu rufen. Der Migros-Gründer bekam eine Busse von 400 Franken.

Das Pult

Es war im Herbst 1985. Der Berner Rechtsaussen Nationalrat Markus Ruf (Nationale Aktion/Schweizer Demokraten) fordert CVP-Bundesrat Kurt Furgler zum Rücktritt auf. Er schreit in den Saal : «[...] sind Sie bereit, die politische Verantwortung für Ihr jahrelanges Versagen endlich zu tragen und [...] umgehend aus dem Bundesrat auszutreten?»

Der Wirtschaftsminister reagiert mit Humor. Seine Antwort ist unvergessen: «Ich passe mich dem Niveau ihrer Frage an und stelle das Pult tiefer», worauf der Magistrat das Stehpult runterschraubte.

Die WC-Pause

SVP-Nationalrat Roger Köppel greift im April 2016 Justizministerin Simonetta Sommaruga frontal an. Thema ist die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien: *Ich staune oder finde es schon fast bewundernswert, mit was für einer frivolen Leichtfertigkeit Sie sich über Verfassungsgrundsätze hinwegsetzen», sagte er an die Adresse der SP-Bundesrätin. Sommaruga verlässt kurzerhand den Saal, die SP-Fraktion folgt ihr. Später erklärt Nationalratspräsidentin Christa Markwalder: «Simonetta Sommaruga sass schon stundenlang im Nationalratssaal. Sie musste aufs WC.“ Diese These wurde allerdings nie offiziell bestätigt.

Köppel vs. Sommaruga: Die Wende?

Köppel vs. Sommaruga: Die Wende? (Beitrag vom April 2016)

Nach dem Knatsch zwischen Roger Köppel und Simonetta Sommaruga erklärt nun Christa Markwalder, dass die Bundesrätin lediglich auf die Toilette musste.

Die Protestschilder

Immer wieder die SVP: Im Dezember 2016 nutzt die SVP den Nationalratssaal, um den Frust über die Umsetzung der Zuwanderungsinitiative zu zeigen. SVP-Nationalräte halten Plakate mit der Aufschrift „Verfassungsbruch“ in die Höhe. Nationalratspräsident Jürg Stahl, selbst Mitglied der SVP-Fraktion, interveniert und setzt dem SVP-Protest damit ein Ende.

Frustriert über die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative, nutzte die SVP-Fraktion den Nationalratssaal als Bühne: Die Politiker hielten Plakate mit der Aufschrift «Verfassungsbruch» in die Höhe. Das Treiben wurde auch Nationalratspräsident Jürg Stahl zu bunt, obwohl er selbst Mitglied der SVP ist. Mit einer Intervention setzte er dem Protest ein Ende

Die Nationalhymne

Am 6. Dezember 2017 jährte sich zum 25. Mal das Nein des Stimmvolkes zum EWR-Beitritt. Kurz vor Beginn der Ratssitzung sangt die SVP-Fraktion – begleitet von einer Trompete – die Nationalhymne.  Und die Politiker hielten Plakate mit der Aufschrift «Danke Schweiz» in die Höhe.

Dafür gab es einen Rüffel von Ratspräsident Dominique de Buman (CVP/FR). Er erinnerte Fraktionschef Thomas Aeschi daran, «dass der Nationalratssaal den Aktivitäten der Parlamentsberatungen vorbehalten ist.» Demonstrationen ohne Genehmigung des Präsidenten seien nicht gestattet.

SVP provoziert mit Nationalhymne

SVP provoziert mit Nationalhymne (Beitrag vom Dezember 2017)

Anlässlich des EWR-Neins vor 25 Jahren sang die SVP heute im Bundeshaus inbrünstig die Nationalhymne. Andere Parlamentarier kochten vor Wut.