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«Stutz und Macht»: Warum erhält Martullo-Blocher einen Sitz in der SVP-Parteileitung?

"Martullo-Blocher steht unter enormem Druck."

"Martullo-Blocher steht unter enormem Druck."

Rochade in der SVP: Magdalena Martullo-Blocher soll ihren Vater ablösen und in die Parteileitung. Was bedeutet das für die Partei?

Magdalena Martullo-Blocher folgt auf ihren Vater in die SVP-Parteileitung. Nationalrat Roger Köppel (SVP) sieht Martullo-Blochers Leistung als Unternehmerin als Grund für den Platz an der Spitze. Publizist Hannes Britschgi ist anderer Meinung.

Magdalena Martullo-Blocher selber sitzt nicht am Tisch. Aber es wird über sie geredet. Im Talk Täglich diskutieren Roger Köppel, Nationalrat und Verleger der Weltwoche, Moderator Oliver Steffen und Ringier-Publizist Hannes Britschgi darüber, ob und wie Martullo-Blocher die SVP prägen wird. 

Gleich zu Beginn muss sich Köppel von Moderator Steffen die Frage gefallen lassen: Er, Roger Köppel, Ziehsohn von Christoph Blocher, muss Martullo-Blocher den Vortritt lassen in der Parteileitung. «Tut das nicht weh?»

Köppel lässt die Frage abprallen. «Sicher nicht», betont Köppel. Er sei sogar angefragt worden, ob er ein Amt in der Parteileitung übernehmen würde. «Aber ich bin Journalist, ich bin Verleger. Ich muss meine Rolle als Wachhund bewahren.» In die Partei-Hierarchie lasse er sich nicht einspannen.

Köppel gibt sich ausserdem überzeugt: «Ich bin froh, dass Magdalena Martullo in der Parteileitung ist. Keine andere Partei hat Leute mit diesem Kaliber.»

Martullo-Blocher zur Frage, ob sie ihren Vater ersetzen kann:

Martullo-Blocher: «Ich kann meinen Vater nicht eins zu eins ersetzen»

Köppel betont immer wieder den Leistungsausweis von Martullo-Blocher als Unternehmerin. Das mache sie glaubwürdig. «Das müssen auch alle zugeben, die einen Anti-Blocher-Komplex haben.»

Geld als Hauptfaktor

Britschgi sieht aber einen anderen Grund, warum Martullo-Blocher in der Parteileitung Platz nehmen darf: «Stutz und Macht», sagt er kurz. Geld sei eine wichtige Dimension. Nur dank ihrem Einfluss und ihrem Vermögen sei es ihr als blutige Anfängerin möglich, in der Parteileitung einen Platz zu bekommen.

Dem widerspricht Köppel. Das Kässeli von Blochers sei nicht einfach offen für die SVP. «Jeder muss einen Antrag stellen.» Britschgi lässt das so nicht stehen: «Wenn Blocher etwas wichtig ist, dann war es ihm nie zu teuer.»

Sind Blochers eine Politdynastie, welche die Schweiz über Generationen prägen wird? Britschgi sieht das durchaus als Möglichkeit: «Martullo-Blocher hat jetzt ein Übungsfeld.» Wenn Christoph Blocher abtritt, dann sei sie als Tochter in Position. «Und kann übernehmen, wenn sie das will.»

Aber: Auf ihren Namen allein könne sich Martullo-Blocher nicht verlassen. «Demokratische Institutionen korrigieren das.» Soll heissen: Auch die Tochter von Christoph Blocher muss sich als Nationalrätin und als Vizepräsidentin der Parteileitung bewähren.

«Und sollte alles aus dem Ruder laufen», so Köppel scherzhaft, «dann werde ich das alles aufschreiben und ihr könnt in der Weltwoche darüber lesen.»

Die ganze Sendung sehen Sie hier:

SVP-Rochade

SVP-Rochade

Der Übervater geht, die Tochter kommt: Christoph Blocher überlässt das Kommando Magdalena Martullo-Blocher. Wie geht es nun weiter mit der Partei?

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