SVP
SVP national gegen Deutsche

In ihrer jüngsten Abstimmungskampagne wettert die SVP der Stadt Zürich gegen deutsche Akademiker an Unis und Spitälern. Und trifft damit offenbar ins Schwarze.

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Roger Liebi

Roger Liebi

Keystone

Katia Murmann

«Die SVP der Stadt Zürich und auch ich erhalten laufend Mails und Telefonanrufe von Professoren, Studenten und Universitätsmitarbeitern, die sich an der grossen Zahl deutscher Professoren und besonders an der Zusammensetzung deren Teams an Schweizer Hochschulen stören», sagt Roger Liebi, Präsident der SVP Stadt Zürich gegenüber «Sonntag». Er sei überrascht, welche grosse Wirkung gerade das Thema um den «deutschen Filz» entfalte, so Liebi.

Deshalb soll die Kampagne gegen Deutsche nicht auf die Stadt Zürich beschränkt bleiben: Die SVP will das Thema auf nationaler Ebene angehen: «Wir sind im Kontakt mit unseren Kollegen von der kantonalen und nationalen SVP», so Roger Liebi. «Das Thema muss auf nationaler Ebene diskutiert werden. Probleme gibt es nicht nur an den Universitäten in Zürich, sondern auch in anderen Städten wie Bern oder Basel.» Er habe Hinweise bekommen, dass es an den dortigen Hochschulen gerade im Bereich der Geisteswissenschaften Probleme gebe.

Liebis Kollegen von der nationalen SVP begrüssen den Schritt der Zürcher - und wollen das Thema in Bern auf die Tagesordnung bringen: «Wir sollten das in der Bildungskommission diskutieren», sagt SVP-Nationalrat Oscar Freysinger. «Es erscheint mir kaum glaubhaft, dass wir in der Schweiz einen solchen Mangel an geeigneten Akademikern haben, dass wir in einem so hohen Masse auf Akademiker aus Deutschland zurückgreifen müssen.»
Allerdings, so Freysinger, habe die Schweiz keine Regulierungsmechanismen mehr. «Die einzige Lösung wäre es, die Personenfreizügigkeit aufzulösen und neu zu verhandeln», so Freysinger. «Sollte das nicht möglich sein, müsste man eine Volksinitiative ins Auge fassen.»