Ausfall

Swisscom-Störung legte Notruf-Nummern fast schweizweit lahm

Gleich mehrere Notrufnummern sind in der Schweiz ausgefallen.

Gleich mehrere Notrufnummern sind in der Schweiz ausgefallen.

Am Freitag beeinträchtigte eine Störung des Festnetzes fast die gesamte Schweiz. Die Störung dauerte eine Stunde, ehe sie behoben werden konnte. Für die Alarmierungs-App des Bundes war es eine erste Bewährungsprobe.

Die Mitteilungen flossen auf Alertswiss, dem Alarmierungsdienst des Bundes, im Minutentakt ein. «Ausfall Telefonie Polizei, Feuerwehr und Ambulanz» vermeldete etwa der Kanton Solothurn, oder «Störung Festnetztelefonie» teilte der Kanton Schwyz mit. Mit Ausnahme von Graubünden, Genf und Teilen der Waadt haben alle übrigen Kantone auf Alertswiss ähnliches bekannt gegeben.

Etwa zeitgleich hat die Swisscom auf ihrer Website geschrieben, dass die mobile und Festnetz-Telefonie beeinträchtigt sei. Techniker arbeiteten daran, die Störungen zu beheben. Genauere Details zum Verlauf und zur Ursache des Störfalls gab das Telekommunikationsunternehmen im Verlauf des Tages bekannt.

Auf den Reset-Knopf gedrückt

Laut einem Swisscom-Statement seien ankommende sowie abgehende Gespräche aus dem Festnetz in der ganzen Schweiz ab ca. 10 Uhr bis 11:22 Uhr nur in einzelnen Fällen möglich gewesen.

«Ursache der Störung war eine nicht richtig funktionierende Netzwerk-Komponente. Mit einem Neustart konnte das Problem behoben werden», wird die Mediensprecherin Sabrina Hubacher in der Mitteilung zitiert. Die Systeme stünden weiterhin unter enger Beobachtung.

Von der Störung betroffen waren auch die Notrufnummern der Polizei, Sanität und Feuerwehr. Allerdings sei das Absetzen von Notrufen aus dem Mobilnetz jederzeit möglich gewesen, wie die Mediensprecherin der Swisscom in der Mitteilung präzisiert.

Ähnliches teilte die Kantonspolizei Aargau mit. Via Kurznachrichtendienst Twitter forderte sie die Bevölkerung dazu auf, vorwiegend ihr Mobiltelefon zu benutzen.

Lob für die Kantone

Für den Alarmierungsdienst Alertswiss wurde das erste Mal ein nationaler Ernstfall in diesem Ausmass geprüft, auch wenn es sich um eine Information und keine Warnung handelte. Der 2015 installierte Dienst ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) und den Kantonen.

«Grundsätzlich ist die Sicherheit und der Schutz der Bevölkerung eine Sache der Kantone. Der Bund muss die Koordination sicherstellen», sagt die Mediensprecherin des Amtes, Sandra Kobelt, auf Anfrage von CH Media. «In diesem Fall haben die Kantone das sehr gut gemacht.»

Seit 2018 werden auch Push-Meldungen mittels der App von Alertswiss direkt an die Mobiltelefone der Benutzer geschickt. «Wir haben sehr positive Erfahrungen mit der App gemacht und knapp 500‘000 Abonnenten», sagt Sandra Kobelt. Im letzten Jahr hätten die Kantone etwa dreissig Mitteilungen über die Anwendung versandt.

Déja-vu Erlebnis

Für Swisscom dürfte der Tag weniger erfreulich gewesen sein. Das Unternehmen, das zu 51 Prozent im Besitz des Bundes ist, hatte in der jüngsten Vergangenheit mit einigen Pannen zu kämpfen.

Im August 2019 meldete sie, dass Adressdaten und Telefonnummern von 600 Swisscom-Kunden in fremde Hände gelangt waren. Bereits einige Monate zuvor musste sie eingestehen, dass private Fotos und Videos von einigen hundert Kunden unwiderruflich gelöscht worden waren. Die letzte grosse Störung des Swisscom-Festnetzes ereignete sich im Januar 2018, als die Swisscom mit drei Pannen innert zwei Wochen den Ärger der Kunden auf sich zog.

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