Trotz frostiger Temperaturen rund um den Gefrierpunkt strömten bereits am frühen Montagmorgen Tausende in die obere Berner Altstadt. Im Laufe des Morgens trafen mehrere Extrazüge und über 100 Reisecars - davon 18 aus dem Ausland - mit weiteren Marktbesuchern ein.

An 171 Ständen gab es kunstvoll geflochtene Zwiebelzöpfe in allen möglichen Variationen zu bewundern. Dabei stand die stattliche Menge von knapp 57 Tonnen Zwiebeln zum Verkauf - etwa gleichviel wie letztes Jahr. Die Rekordmarke aus dem Jahre 2014 mit fast 60 Tonnen wurde aber nicht geknackt, wie die Stadt Bern mitteilte.

Reges Treiben am Berner Zibelemärit

Reges Treiben am Berner Zibelemärit

Seit dem Morgengrauen flanieren Tausende Besucher über den Zibelemärit in der Berner Innenstadt. Mit Glühwein und Zwiebelkuchen halten sie sich die Winterkälte vom Leib. Im Laufe des Morgens werden über 100 Reisecars und mehrere Extrazüge in Bern erwartet. Seit 2011 fungiert der Zibelemärit auf der Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz - zusammen mit Anlässen wie der Basler Fasnacht, dem Engadiner Chalandamarz und dem Zürcher Sechseläuten.

Auch bei Marktfahrern beliebt

An den übrigen rund 480 Marktständen wurden neben Kunsthandwerk auch viel Ess- und Trinkbares angeboten. Viele wärmten sich die kalten Hände an einem dampfenden Glühwein und assen dazu den obligaten Zwiebelkuchen oder ein Chnoblibrot.

Die Nachfrage der Marktfahrer nach einem Standplatz am Zibelemärit ist ungebrochen: Wegen Platzmangels mussten 83 Bewerber abgewiesen werden. Doch wer Zwiebeln im Angebot hatte, bekam einen Platz auf sicher, wie die Stadt unterstreicht.

Schon vor der legendären Konfettischlacht vom Nachmittag warfen Kinder die bunten Papierschnitzel in die Menge - akustisch begleitet vom Quietschen der Plastikhämmerli, mit denen die Köpfe der Passanten anvisiert werden.

Betonpoller für mehr Sicherheit

Die Polizei sicherte erstmals die Eingänge zu den Gassen und Plätzen mit Betonpollern, Absperrgittern und Fahrzeugen. Auch waren Notausgänge signalisiert, damit die Menschenmassen in brenzligen Situationen schneller aus den Gassen wegkommen.

Damit setzte die Stadt Bern auch am Zibelemärit das bereits im Sommer verschärfte Sicherheitskonzept für Grossanlässe um. Bereits seit 2012 wird in der Neuen-, Aarberger- und unteren Münstergasse aus Sicherheitsgründen nur noch eine Standreihe aufgestellt.

Die Polizei zog am frühen Montagabend eine positive Bilanz, wie sie mitteilte. Wie in den Vorjahren seien nur wenig polizeiliche Interventionen nötig gewesen.

Die Polizei war vor allem als Freund und Helfer gefragt. So konnte eine Fusspatrouille die Eltern von zwei Kindern ausfindig machen, die ihre Familie aus den Augen verloren hatten.

Zupacken mussten am frühen Morgen auch die Mitarbeitenden des Verkehrsdienstes. Um Platz für den Aufbau der Marktstände zu schaffen, mussten insgesamt 166 Velos verstellt werden.

Alte Tradition

Die Tradition des Zibelemärit geht auf das 19. Jahrhundert zurück, als Bauersfrauen aus dem Seeland mit Zwiebeln auf der Martinimesse in Bern auftauchten. Die „Wistenlacher Wybli“, wie die Frauen aus dem Gebiet rund um den Mont Vully genannt wurden, waren nicht nur wegen der schön geflochtenen Zwiebelzöpfe, sondern auch wegen ihrer fröhlichen Art gerne gesehen.

Der Zibelemärit findet jeweils am vierten Montag im November statt. Seit 2011 fungiert das Volksfest auf der Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz - zusammen mit Anlässen wie der Basler Fasnacht, dem Engadiner Chalandamarz und dem Zürcher Sechseläuten.