Infektionskrankheit

Tessin meldet ersten bestätigten Fall von Corona-Virus in der Schweiz

Der Grenzübergang bei Chiasso nach Italien ist auch am Dienstag nach den in Norditalien bekannt gewordenen Corona-Fällen befahrbar wie immer.

Der Grenzübergang bei Chiasso nach Italien ist auch am Dienstag nach den in Norditalien bekannt gewordenen Corona-Fällen befahrbar wie immer.

Der Kanton Tessin teilt am Dienstagnachmittag mit, dass ein erster positiver Befund vorliegt für eine Infektion mit dem Corona-Virus in der Schweiz. Betroffen ist ein 70-jähriger Mann. Angesteckt hat er sich in der Nähe von Mailand.

(sat/gl/mg) Die Schweiz hat den ersten Corona-Virus-Fall. Es handelt sich um einen 70-jährigen Mann aus dem Tessin, das hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstagabend bekannt gegeben. Er habe sich am 15. Februar in der Nähe von Mailand an einer Versammlung aufgehalten und sich wohl auch dort mit dem Virus angesteckt. Ab dem 17. Februar habe der Mann Symptome gehabt. Er befinde sich in Behandlung und sei in einem stabilen Zustand, sagte Pascal Strupler, Direktor des BAG.

Man habe damit gerechnet, dass es einmal einen Fall in der Schweiz gibt, sagte Daniel Koch, der beim BAG Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten ist. Man habe sich entsprechend vorbereitet und an der allgemeinen Bedrohungslage für die Schweiz ändere sich nichts. Man kläre jetzt die Personen ab, die mit dem infizierten Mann Kontakt hatten. Von einer vorsorglichen Schliessung von Schulen hält Koch nichts. Erst bei einem konkreten Übertragungsfall an einer Schule müsse man diese Massnahme ins Auge fassen.

Derzeit seien rund 70 weitere Virus-Tests in der Schweiz hängig. Dass es in den nächsten Tagen zu weiteren bestätigten Fälle komme, könne man derzeit nicht ausschliessen, sagte Koch. Man informiere erst, wenn man ganz sicher sei, dass es sich um das Corona-Virus handle.

Katholische Kirche reagiert mit Massnahmen

Die Diözese Lugano hat unterdessen mitgeteilt, dass als Reaktion auf das Ausbreiten des Corona-Virus es ab sofort keinen Friedensgruss mehr während der Heiligen Messe geben wird. Auch das Weihwasser wird aus den Weihwasserbecken genommen. Schliesslich darf die Hostie während der Eucharistiefeier vom Priester nur noch auf die Hand, und nicht mehr direkt in den Mund gegeben werden. Ansonsten gelten die Dispositionen des Kantonsarztes wie häufiges Händewaschen.

Meistgesehen

Artboard 1