Schweiz

Tiefenlager von Atommüll: Nagra hat Bohrungen in Marthalen beendet

Blick auf den Bohrplatz in der Standortregion Marthalen.

Blick auf den Bohrplatz in der Standortregion Marthalen.

In den letzten fünf Monaten hat die Nagra in Marthalen bis in eine Tiefe von 1100 Metern gebohrt und zahlreiche Gesteinsproben entnommen. Der Ort im zürcherischen Weinland ist einer von drei möglichen Standorten für ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle.

(rwa) Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) zieht eine positive Bilanz über die Bohrungen. Der Opalinuston sei auch in Marthalen über 100 Meter dick, sehr dicht und eigne sich für ein Tiefenlager, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Das Gestein steht besonders im Fokus, weil darin einst das Lager gebaut wird.

Die Bohrungen in Marthalen sind nicht die ersten in der Region. Zusammen mit früheren Untersuchungen in Benken und Trüllikon vervollständigt sich laut Nagra das Bild des Untergrunds in der Standortregion Zürich Nordost. Zu klären seien allenfalls noch Details.

Die Gesteinsproben werden nun in verschiedenen Laboren untersucht. Sobald die Resultate vorliegen, entscheidet sich, ob weitere Bohrungen in Zürich Nordost notwendig sind. Zur Diskussion steht eine Bohrung in Rheinau, weil dort Störungen im Untergrund existieren.

Die Standortsuche für ein atomares Tiefenlager wird vom Bund geleitet. Fest steht bereits, dass grundsätzlich drei Regionen in Frage kommen – Jura Ost, Nördlich Lägeren und Zürich Nordost. Mit den Tiefenbohrungen will die Nagra untersuchen, welche der drei Standorte sich am besten eignet.

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