Impfrisiko
Todesfall nach Coronaimpfung in Luzern – Zusammenhang gemäss Swissmedic «höchst unwahrscheinlich»

In einem Luzerner Altersheim verstarb eine Person nach einer Coronaimpfung. Dies bestätigt die zuständige kantonale Behörde. Die vorliegenden Informationen würden darauf hinweisen, dass die vorbestehenden Erkrankungen der Grund für den Tod seien.

christoph bopp, Andreas Möckli
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CH Media

Die Meldung hat heute Mittwoch für grosse Aufregung gesorgt: Eine Person sei in der Schweiz gestorben, nachdem sie kurz zuvor eine Coronaimpfung erhalten habe. Dies berichtete Christoph Pfluger, Herausgeber der Zeitschrift «Zeitpunkt». Er gilt als Coronaskeptiker. Wie er schreibt, sei ein Bewohner in einem Pflegeheim für Demente in einer Luzerner Agglomerationsgemeinde fünf Tage nach der Impfung verstorben.

Am Nachmittag hat das Gesundheits- und Sozialdepartement des Kantons Luzern bestätigt, dass in einem Luzerner Altersheim eine Person nach einer Coronaimpfung verstarb. Die Arzneimittelbehörde Swissmedic teilte in der Folge ebenfalls mit, Kenntnis von diesem Fall zu haben. Nun werde abgeklärt, ob der Todesfall im Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung auftrat.

Entwarnung bereits am Abend

Am Abend hat Swissmedic bereits Entwarnung gegeben: «Abklärungen der kantonalen Gesundheitsbehörden und von Swissmedic haben ergeben, dass aufgrund der Krankengeschichte und des Krankheitsverlaufs ein Zusammenhang zwischen dem Tod und der Covid-19 Impfung höchst unwahrscheinlich ist», schreibt die Arzneimittelbehörde. Es gebe keinen direkten kausalen Zusammenhang.

Die betroffene Person sei 91 Jahre alt gewesen und einige Tage nach einer Covid-19-Impfung verstorben. Die Person habe an mehreren schweren Vorerkrankungen gelitten. Die zur Verfügung stehenden, ­umfassenden Angaben wiesen auf die vorbestehenden Erkrankungen als natürliche Todes­ursache hin. Dies sei auch so auf dem Totenschein vermerkt ­worden.

Bisher keine unbekannten Nebenwirkungen

Die Arzneimittelbehörde hält zudem fest, dass bei Impfungen gegen das neuartige Coronavirus bisher keine unbekannten Nebenwirkungen aufgetreten seien. Es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keine Anhaltspunkte für eine Veränderung des Nutzen-Risiko-Profils des eingesetzten Impfstoffs.

Vieles deutet darauf hin, dass es sich beim Todesfall um einen klassischen, logischen Fehlschluss handelt. Wenn etwas nach etwas anderem stattfindet, bedeutet das nicht, dass es dadurch verursacht wurde. Oder hier in diesem Fall: ­Unstrittig ist, dass der betagte Patient nach der Verabreichung der Impfung gestorben ist. Aber man darf nicht einfach darauf schliessen, dass er wegen der Impfung sterben musste.

Alle Erklärungen stehen unter Vorbehalt

Und noch komplizierter: Es kann eine Verbindung geben, aber es muss keine Verursachung sein. Beim Test des Pfizer/Biontech-Vakzins traten bei 11 Prozent der Geimpften, die das Placebo – also nicht den Impfstoff, sondern eine Kochsalz-Lösung – erhielten, die typischen Nebenwirkungen an der Einstichstelle auf: Schwellungen und Rötungen. Und 34 Prozent der Placebo-Gruppe verspürten ernstere Nebenwirkungen wie Übelkeit, leichtes Fieber, Schmerzen. Der Stress, der beim Impfen auftritt, kann heftiger sein, als man selbst meint.

Allerdings steht auch diese Erklärung unter Vorbehalt. Diesen logischen Fehler – man verwechselt Koinzidenz, also gleichzeitiges Auftreten, oder Korrelativität, gleichförmige Bewegungen in den Daten – mit Kausalität und unterstellt eine Ursache-Wirkung-Beziehung, die es nicht gibt. Das klassische Beispiel: Man beobachtet vermehrtes Auftreten von Störchen und notiert eine Zunahme der Geburten in der Region.