Coronavirus

«Traurig, entsetzt, wütend»: Schwellbrunns Gemeindepräsident über die Superspreader-Hochzeit

Superspreader-Hochzeit in Schwellbrunn AR: Gemeindepräsident nimmt Stellung

Superspreader-Hochzeit in Schwellbrunn AR: der Gemeindepräsident nimmt Stellung.

Der Schwellbrunner Gemeindepräsident Ueli Frischknecht nimmt Stellung zur Superspreader-Hochzeit. Im Interview erklärt er, warum er den Bräutigam nicht tadelt und warum er nicht auf einen Lockdown hofft.

In der 1500-Seelengemeinde Schwellbrunn scheint die Lage aus dem Ruder zu laufen. 18 Neuinfizierte und ein Todesfall wurden am Freitag, 23. Oktober, vom Gesundheitsamt Appenzell Ausserrhoden gemeldet. Allesamt aus der Gemeinde Schwellbrunn. Am Ursprung soll eine Hochzeit mit rund 200 Gästen stehen, bei der mindestens eine positiv-getestete Person anwesend war.

So die Vermutung, die Gemeindepräsident Ueli Frischknecht vergangene Woche in einem Radiointerview gegenüber SRF äusserte. Viele würden sich nämlich nicht testen lassen, um eine Isolation zu vermeiden. Eine Handhabung, für die der Gemeindepräsident klare Worte übrig hat: «Das macht mich traurig, entsetzt und wütend.»

Gemeindepräsident Ueli Frischknecht ist entsetzt über das Verhalten der Hochzeitsgäste.

Gemeindepräsident Ueli Frischknecht ist entsetzt über das Verhalten der Hochzeitsgäste.

Die Empfehlungen des Bundes seien seit Frühling bekannt. Vor dem Hintergrund der stark ansteigenden Zahlen – vor allem auch im Kanton Appenzell Ausserrhoden – sei es umso unverständlicher, wenn sich vereinzelte Personen so unbekümmert verhielten. Frischknecht bekundet denn auch eine gewisse Ohnmacht, die er als Gemeindepräsident habe.

Gemeindepräsident in seiner Nebenrolle als Contact-Tracer

Von den Vorkommnissen habe er aus der Bevölkerung erfahren. Besorgte aber auch empörte Bürger hätten sich an ihn gewandt, um ihn über die legere Handhabung einiger Schwellbrunner zu unterrichten. Da habe er sich gefragt, was er denn als Gemeindepräsident tun könne.

«Relativ wenig», so seine Schlussfolgerung. Strafen zu verhängen, sei nämlich Aufgabe der kantonalen Behörde. Doch habe er sich darum bemüht, einige «Verdächtige» telefonisch zu kontaktieren. Frischknecht sagt:

Er könne von einigen Aha-Erlebnissen berichten. Denn trotz des Aufrufs der Gemeinde und trotz der Telefongespräche mit dem Gemeindepräsidenten scheinen einige Leute den Ernst der Lage nicht begriffen zu haben, wie Frischknecht sagt. Im gleichen Atemzug nimmt er aber die «grosse Mehrheit» der Schwellbrunnerinnen und Schwellbrunner in Schutz, die sich vorbildlich an die Massnahmen halten würde.

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