Universität Zürich

Trotz Panne: Jus-Studenten dürfen Prüfungen zu Hause am PC lösen

Die Universität Zürich führt die umstrittenen Online-Prüfungen definitiv ein. Die ETH gibt sich deutlich vorsichtiger: «Hier die Fairness zu garantieren, dürfte schwierig sein.»

Die Feuertaufe endete im Fiasko. Als die Universität Zürich im Januar dieses Jahres 780 Erstsemester-Jus-Studenten erstmals eine Prüfung online von zu Hause aus schreiben liess, streikten die Server. Die Hälfte der Teilnehmer konnte die «Open-Book-Klausur» nicht zu Ende lösen; die Betroffenen mussten erneut antreten. Die Panne machte international Schlagzeilen.

Die Uni-Leitung lässt sich vom Rückschlag nicht beirren und führt die Online-Prüfungen nun definitiv ein, wie eine Sprecherin heute in der «Neuen Zürcher Zeitung» sagt. Die Pilotphase sei abgeschlossen, die Prüfungsform habe sich etabliert. Bis auf weiteres betrifft die Neuerung jedoch nur Studenten der Rechtswissenschaften im ersten Semester.

Die Skepsis gegenüber den Online-Prüfungen ist in- und ausserhalb der Universität weiterhin gross. Bereits vor dem ersten Versuch im Januar kritisierten Professoren, die Studenten würden geradezu ermutigt, sich beim Lösen von älteren Studenten helfen oder die Klausur gleich ganz von ihnen lösen zu lassen. «Das ist doch absurd», sagte Soziologieprofessor Kurt Imhof gegenüber der «Schweiz am Sonntag». «Diese Form eignet sich sicher nicht dafür, Gelerntes abzufragen.»

Kaum Fairness

Die ETH Zürich setzt zwar ebenfalls auf Online-Prüfungen, im Gegensatz zur Universität finden diese unter Aufsicht an abgesicherten Computern statt. Diesen Winter werden 5000 Studenten 60 Prüfungen digital ablegen. Eine Klausur von zu Hause aus kommt für die Hochschule nicht infrage. «Hier die Fairness zu garantieren, dürfte schwierig sein», erklärt der Zuständige für Lerntechnologie, Tobias Halbherr. (lhn)

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