Heftige Windböen
Unwetter-Warnung für die Schweiz: «Seit Lothar wird es der vielleicht stärkste Sturm»

Bereits in der Nacht auf Dienstag fegten heftige Windböen über die Schweiz – diese erreichten bis zu 80 km/h. Doch das war wohl erst der Anfang: «Die bisherigen Stürme waren noch harmlos. Am Mittwoch geht es erst richtig los», sagt Roger Perret, Meteorologe bei Meteo News.

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Denn am Mittwoch kommt Burglind, ein Wintersturm der oberen Kategorie: «Seit Lothar wird es der vielleicht stärkste Sturm», so Perret. Am Vormittag würden im Norden der Schweiz – etwa in den Gebieten Bodensee, Zürich, Schaffhausen und Basel – Böen von über 100 km/h erwartet. «Je nördlicher, desto ärger wird es.» In den Bergen zeichnen sich gar Orkanböen von 150 bis 180 m/h ab.

Verfolgen Sie die aktuelle Entwicklung hier in unserem Liveticker.

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Auf keinen Fall in den Wald gehen

Wie Lothar am 26. Dezember 1999 wird wohl auch Burglind einige Schäden in der Schweiz verursachen. Perret warnt: «Wer nach draussen geht, sollte dies mit erhöhter Vorsicht tun.»

So heftig wütete Sturm Lothar im Dezember 1999 in der Schweiz:

Am 26. Dezember 1999 zog Orkantief Lothar über West- und Mitteleuropa hinweg.
13 Bilder
Der Orkan richtete vor allem in Nordfrankreich, der Schweiz, Süddeutschland und Österreich die höchsten Sturmschäden der jüngeren europäischen Geschichte an.
Aus Westen kommend traf der Sturm vormittags auf den Schwarzwald, die Schweiz und Liechtenstein in seiner ganzen Länge.
Der Sturm zog in etwa zweieinhalb Stunden von 10:00 Uhr bis 12:30 Uhr über die Schweiz hinweg.
In der Schweiz wurden die höchsten Windgeschwindigkeiten auf dem Jungfraujoch mit 249 km/h, auf dem Zürcher Hausberg Uetliberg mit 241 km/h gemessen.
Im Flachland betrugen die Böenspitzen in der Schweiz verbreitet 140 km/h (im Zürcher Oberland bis zu 160 km/h), selbst in Tallagen.
In der Schweiz starben wegen des Sturms 14 Menschen.
Auch Wochen nach dem Sturm kamen während der Aufräumarbeiten noch Menschen zu Tode, und zwar überwiegend im Privatwald, wo wenig geschulte Waldbesitzer und ihre Angehörigen bei den Holzbergungsarbeiten meist von unter Spannung stehenden Baumstämmen erschlagen wurden.
In der Schweiz starben allein durch solche Unfälle 15 Menschen.
Der Sturm hat einen geschätzten Versicherungsschaden (Swiss Re) von über 6 Milliarden US-Dollar verursacht.

Am 26. Dezember 1999 zog Orkantief Lothar über West- und Mitteleuropa hinweg.

Keystone

Es sei zu empfehlen, Kinder an die Hand zu nehmen. In den Wald solle man auf keinen Fall gehen. Grund für den Sturm ist laut Perret ein nördlich von uns durchziehendes Sturmtief namens Burglind. «Greifen die Tiefs dort ein, können die Stürme sehr heftig ausfallen.» (viw)

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