Villa Geiser
Villa Geiser freigekauft

Künftig ist in der Villa Geiser keine öffentliche Nutzung, sprich einen Kindergarten, mehr vorgeschrieben. Der Stadtrat änderte die entsprechende Überbauungsordnung «Oberi Matte» ab.

Merken
Drucken
Teilen

Tobias Granwehr

Bereits sieben Rücktritte im ersten Jahr

Das erste Jahr der Legislatur 2009 bis 2012 ist zu Ende - und bereits sind sieben Stadträtinnen und -räte zurückgetreten. In der zeitlichen Reihenfolge ihrer Demissionen: Urs Masshardt; Reto Müller (beide SP); Antoinette Bardelli (FDP); Timotheus Winzenried (Pnos); Stefanie Loser (SP); Franz Flückiger (SVP); Richard Bobst (FDP). Der Rücktritt Bobsts wurde erst an der Sitzung vom Montag bekannt gegeben. Er sass seit dem 1.1.1997 im Rat - nur Beat Sterchi (SVP) und Fritz Fiechter (SP) sind noch länger dabei. Bobst möchte sich nach über drei vollen Legislaturen jetzt neuen Projekten widmen. Sein Ersatz ist Kurt Wyss, Präsident des Gewerbevereins Langenthal. Er habe seine Bereitschaft erklärt, im Stadtrat zu politisieren, sagte auf Anfrage Markus Gfeller, Präsident der FDP/jll-Fraktion. Bobst tritt ebenfalls aus der Finanzkommission zurück. Wer dort seine Nachfolge antritt, ist laut Gfeller noch unklar. (tg)

Die Villa Geiser liegt bei der Badi zwischen Rumiweg und Langete. Das ganze Gebiet Oberi Matte ist laut Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) prädestiniert für Überbauungen - und zu einem grossen Teil auch bereits mit Mehrfamilienhäuser bebaut. Die für das Gebiet geltende «Überbauungsordnung 17 Oberi Matte» schreibt vor, dass das Erdgeschoss der Villa Geiser für die öffentliche Nutzung bestimmt ist.

Voraussichtlich sollte dort ein Kindergarten eingerichtet werden. Mittlerweile sei eine Kindergartennutzung fragwürdig und deshalb die Nutzungsbeschränkung zu ändern, erklärte Rufener den Stadträten. Dafür würde die Eigentümerin der Villa - die Migros-Pensionskasse - für den Nutzungsverzicht der Stadt eine Summe von 500 000 Franken zahlen.

Dieses Geschäft hinterlasse zwar ein weinendes Auge, da die Villa ein perfekter Standort für einen Kindergarten wäre, sagte EVP/GLP-Sprecherin Michèle Rentsch. Es sei aber klar, dass es keinen Sinn mehr mache. Dieser Meinung schlossen sich ebenfalls die FDP/jll-Fraktion und die Geschäftsprüfungskommission an. Der Verzicht auf öffentliche Nutzung sei nachvollziehbar, sagte Markus Bösiger (FDP).

Einzig die SP/GL-Fraktion wehrte sich: Die öffentliche Nutzung in der Geiser Villa sei eine einmalige Chance und ein Verzicht wäre kurzsichtig. Die SP/GL-Fraktion wollte die Nutzung beibehalten - scheiterte jedoch mit diesem Antrag. Der Stadtrat folgte mit grossem Mehr dem Vorschlag des Gemeinderates.