Schule
Vorhandenes nutzen

Keine einheitlichen Leitlinien gegen das Schuleschwänzen: Schulabsentismus ist zwar ein Problem, doch hält der Kantonsrat neue Richtlinien nicht für nötig.

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Alfred Borter

Vor zwei Jahren haben mehrere SP-Bildungspolitikerinnen mit einem Postulat angeregt, die Bildungsdirektion solle einen Leitfaden für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen erarbeiten, die häufig der Schule fernbleiben. Die Forderung sei immer noch aktuell, betonte Markus Späth (SP, Feuerthalen) gestern. «Schulabsentismus ist kein Randphänomen», sagte er, gemäss einer Studie fehlten 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler relativ häufig. An der Sekundarschule B und C sei das Problem gravierend.

Zum Teil würden die Schüler, die keine Lust mehr hätten, regelmässig zur Schule zu gehen, von den überforderten Eltern noch unterstützt, indem sie bereitwillig Entschuldigungen schrieben. Das habe dann aber negative Auswirkungen, etwa wenn sich die Jungen für eine Lehre bewerben würden. Und nicht selten sehe man bei den Jugendanwaltschaften, dass sich manche ihrer «Klienten» bereits durch Schuleschwänzen hervorgetan hätten. Einheitliche Grundsätze seitens der Bildungsdirektion könnten da hilfreich sein, meinte Späth.

Stefan Dollenmeier (EDU, Rüti), selber auch Lehrer, unterstützte den Vorstoss. Der Kantonsrat habe ja schon verlangt, dass künftig die Absenzen wieder ins Zeugnis einzutragen seien, aber es seien weitere Mass-nahmen gegen den Schlendrian angezeigt. Auch Kurt Leuch (EVP, Oberengstringen), ebenfalls Lehrer, hielt den Vorstoss für sinnvoll. Das Problem werde immer gravierender. Marcel Burlet (SP, Regensdorf), der ebenfalls Schüler unterrichtet, gab zu verstehen, es gebe Schüler, die sich einen Spass draus machten, den Unterricht zu schwänzen. Einheitliche Leitplanken befürwortete auch Brigitta Johner (FDP, Urdorf).

«Ein Leitfaden löst das Problem nicht»

Esther Guyer (Grüne, Zürich) hingegen meinte zwar, der Schulabsentismus sei effektiv ein Problem, aber mit einem Leitfaden löse man dieses nicht. Die geleiteten Schulen seien durchaus imstande, das Nötige vorzukehren. Matthias Hauser (SVP, Hüntwangen) stiess ins selbe Horn: Lamentieren nütze nichts, man müsse nur die bestehenden Reglemente anwenden. Man solle die bestehenden Möglichkeiten nutzen, fand auch Corinne Thomet (CVP, Kloten), und Andreas Erdin (GLP, Dürnten) fügte bei, die konsequente Durchsetzung der Schulpflicht sei wichtig, das Postulat bringe keine Verbesserung.

SVP, CVP, Grünliberale und ein Teil der Grünen schafften es, dass das Postulat mit 85 zu 42 Stimmen verworfen wurde.

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