Ebola

Vorsicht vor Verwandten: Bund warnt Afrikaner in der Schweiz vor Ebola

Ein Helfer in Liberia im Einsatz im Kampf gegen Ebola

Ein Helfer in Liberia im Einsatz im Kampf gegen Ebola

Das Bundesamt für Gesundheit weist in einem Schreiben Westafrikaner in der Schweiz auf die Ansteckungsgefahr von Ebola hin. Derweil hat sich der bisher einzige Ebola-Verdachtsfall als definitiv unbegründet erwiesen.

Dem Ebola-Ausbruch in Westafrika sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits mehr als 3000 Menschen zum Opfer gefallen, vor allem in Guinea, Sierra Leone und Liberia. Die Zahl der Infizierten stieg auf mehr als 6500. Die WHO rechnet aber mit einer hohen Dunkelziffer.

Der Bundesrat wies daraufhin, dass das Risiko einer Ausbreitung von Ebola in der Schweiz gering sei. Trotzdem hat das Bundesamt für Gesundheit wegen der Ebola-Epidemie Massnahmen getroffen und informierte rund 1000 Staatsangehörige aus Guinea, Liberia und Sierra Leone angeschrieben, die mit einer Niederlassungsbewilligung in der Schweiz leben.

In den Briefen warnt das BAG die Westafrikaner vor Reisen in die Heimat. Die Lage dort sei "nicht unter Kontrolle", die Gesundheitsversorgung "überfordert" und ein Rückflug nach einer Erkrankung "nahezu unmöglich".

Indirekt weist das BAG auch auf die Risiken bei Besuchen durch Verwandte aus den drei Ländern in der Schweiz hin, wie die "NZZ am Sonntag" schreibt.

Sollten die Westafrikaner in der Schweiz trotzdem in ihre Heimat reisen oder Verwandte von dort in die Schweiz, rät das BAG dringend zu folgenden Vorsichtsmassnahmen: 

  • Keine Kontakte mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten.
  • Keine Bestattungsrituale, welche die Berührung des Körpers einer an Ebola gestorbenen Person erfordern.
  • Keine Besuche in Spitälern mit Ebola-Kranken.

Der bisher einzige Ebola-Verdachtsfall in der Schweiz, derjenige bei einem Asylsuchenden aus Guinea, hat sich in der Zwischenzeit als definitiv unbegründet erwiesen. "Eine Infektion kann ausgeschlossen werden", sagt BAG-Sprecherin Mona Neidhart der "NZZ am Sonntag".

Der Asylsuchende sei mittlerweile in ein Empfangszentrum für Asylsuchende zurückgebracht worden. In den drei westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone sind mehr als 7000 Menschen an Ebola erkrankt; rund 3300 von ihnen sind bis jetzt gestorben. (sha)

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