Wasser

Wassersparen treibt die Preise in die Höhe

Die Schweizerinnen und Schweizer sparen fleissig Wasser. Der Wasserkonsum ist in den letzten Jahren derart gesunken, dass die Wasserversorger gezwungen sind, die Preise zu erhöhen.

Carla Lozza

Sowohl die Schweizer Haushalte als auch die Industrie verbrauchen seit ungefähr 20 Jahren immer weniger Wasser. Technischer Fortschritt, Abwanderung der wasserverbrauchenden Industrie, und der Trend hin zu umweltbewusstem Handeln bescheren den Wasserversorgern ein Loch in der Kasse.

Wie Erich Wyss, Geschäftsführer der IBAarau Trinkwasser AG gegenüber a-z.ch bestätigt, werden Preiserhöhungen in den nächsten Jahren unumgänglich.
Die IBAarau hatten beispielsweise in den letzten 13 Jahren rund eine halbe Million weniger Einnahmen. Somit klafft bei den IBAarau aufgrund des rückläufigen Wasserverbrauchs ein Loch von knapp 40 000 Franken pro Jahr in der Kasse.

Bereits konkret wird die Preiserhöhung fürs Trinkwasser in der Stadt Basel: die Industriellen Werke Basel IWB beantragen dem Regierungsrat, den Wassertarif zu erhöhen. Zusätzlich sollen die Basler in Zukunft eine höhere Grundgebühr fürs Wasser zahlen: anstatt heute 40 Franken sollen es bald 60 Franken pro Jahr sein.

Tendenz zu höheren Grundgebühren

Dass der allgemein sinkende Wasserverbrauch höhere Grundgebühren nach sich zieht, bestätigt Matthias Freiburghaus, Berater beim Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfaches SVGW. Generell werden in Zukunft die Schweizer Haushalte eine höhere Grundgebühr fürs Wasser entrichten, so dass der einzelne Haushalt - ähnlich wie bei der Kehrichtgebühr - weniger von den wechselnden Wasserpreisen betroffen ist.

Kaltwasser sparen lohnt sich nicht

Auch wenn das Wassersparen in Bezug auf die Kosten nun zum Bumerang zu werden droht: Matthias Freiburghaus vom Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfaches SVGW will das Sparen nicht verteufeln: «Wichtig ist, dass man bewusst warmes Wasser spart, denn in einem Liter Warmwasser steckt bis zu 100 Mal mehr Energie als in kaltem Wasser.»

Kaltwasser sparen lohnt sich nicht, weil die Wasserwerke trotzdem die Infrastruktur erhalten und finanzieren müssen, egal wie viel Wasser fliesst. Wenn also weniger Wasser durch die Leitungen fliesst, erhöht das die Kosten. Zuerst für die Wasserversorger. Und dann für jeden, der sich Mühe gibt, beim Zähneputzen den Hahn zuzudrehen.

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