Schlachthöfe

«Wenn Tiere überreagieren, kann es Fehlbetäubungen geben»: Direktor des Fleisch-Fachverbands relativiert Kontrollen des Bundes

Unnötiges Tierleid in Schlachthöfen: Was muss getan werden?

Debattierten über das wohl der Schlachttiere: Katerina Stoykova und Ruedi Hadorn.

Tiere leiden unnötig in vielen Schweizer Schlachthöfen – das zeigt ein Bericht im Auftrag des Bundes. In der Sendung TalkTäglich debattierten Katerina Stoykova, Juristin bei der «Stiftung Tier im Recht», und Ruedi Hadorn, Direktor de Schweizer Fleisch-Fachverbands SFF.

Schweine, die vor dem Schlachten ungenügend betäubt werden, Tiere, die die Nacht im Schlachthof Schlachthof ohne Futter, Einstreu oder tiergerechte Tränken verbringen müssen – vergangene Woche hat Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen einen Bericht veröffentlicht, der zutage führt, wie viele Schlachthöfe die Vorschriften zum Schutz des Tierwohls missachten

Das Bundesamt hat darauf diverse Massnahmen angeordnet. Nicht nur sollen die Bedingungen für die Tiere in den als mangelhaft eingestuften Schlachthöfen sofort verbessert werden, auch verlangt der Bund eine verbesserte Aus- und Weiterbildung der betroffenen Mitarbeiter.

In der Sendung «TalkTäglich» am Dienstagabend auf Tele Züri und Tele M1 sassen sich Katerina Stoykova, Jurisitin bei der Stiftung «Tier im Recht», und der Direktor des Schweizer Fleisch-Faschverbands, Ruedi Hadorn, gegenüber.

Die beiden waren sich nicht einig darüber, wie gravierend die Mängel in den Schweizer Schlachthöfen sind. Dass die Umsetzung des strengen Schweizer Tierschutzgesetzes hapert und die Kontrollen «nicht richtig und auch nicht genügend unabhängig sind», ist für Stoykova nach der Untersuchung des Bundes eine Tatsache.

«Tiere, die überreagieren»

Ruedi Hadorn hingegen relativiert: «Wenn die Tiere auf einen Schlachthof kommen, dann kommen sie in eine völlig ungewohnte Umgebung und es gibt Tiere, die da überreagieren. Da kann es zu Fehlbetäubungen kommen bei einem Bolzenschuss.» Das könne man nicht ausschliessen, «aber das sind die wenigsten Fälle». Auch wenn es in vielen der kontrollierten Betriebe zu Mängeln gekommen sei, wie Stoykova einschiebt, sei es ein «grosser Teil der Betriebe, der das gut macht». Zudem: «Ist ein Tier gestresst, wirkt sich das auch negativ auf die Fleischqualität aus. Es ist hat also niemand Interesse daran, ein Tier zu quälen.» (smo)

Sehen Sie hier die Sendung TalkTäglich in voller Länge:

Missstände in Schlachthöfen

  

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