Schweiz

Wer zu lange und zu engen Kontakt mit einer infizierten Person hatte, muss in Quarantäne

Der Blick nach draussen bleibt auch in Quarantäne erlaubt.

Der Blick nach draussen bleibt auch in Quarantäne erlaubt.

Drei Faktoren müssen zwingend gleichzeitig erfüllt sein, damit jemand in Quarantäne muss.

Wer mit einer am neuen Coronavirus erkrankten Person in engem Kontakt stand, muss gemäss Anweisungen der zuständigen kantonalen Behörde in Quarantäne. Doch was heisst enger Kontakt? Enger Kontakt bedeutet gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), dass man einem Infizierten während mehr als 15 Minuten näher als 1,5 Meter war. Und dies ohne Schutz, also ohne Maske oder Plexiglasscheibe.

War diese Person exakt während des Kontakts ansteckend, muss sich die Kontaktperson für zehn Tage zu Hause in Quarantäne begeben. Ansteckend ist eine positiv getestete Person selbstverständlich während sie Symptome zeigt und 48 Stunden bevor die ersten Symptome auftreten. Die Quarantäne endet zehn Tage nach dem letzten Kontakt mit der ansteckenden Person. Gestern waren 24948 Personen in Quarantäne.

Die Reisequarantäneliste hat sich auf nur wenige Länder verkleinert

Für jene, die eine Reisequarantäne absitzen, endet sie zehn Tage nach dem Einreisetag. Stand gestern war das für 13594 Personen der Fall. In Reisequarantäne muss, wer sich in den letzten zehn Tagen in einem Staat oder einer Region mit erhöhtem Risiko einer Ansteckung aufgehalten hat. Auf der seit gestern Donnerstag gültigen neuen Liste sind allerdings nur noch wenige Staaten drauf, weil nicht an vielen Orten das Risiko höher ist als in der Schweiz. Auf jeden Fall muss sich der Einreisende aus einem Risikogebiet bei den zuständigen kantonalen Behörden melden. Verboten ist in der Quarantäne jeglicher Kontakt mit anderen Personen, ausgenommen zu jenen, die im gleichen Haushalt leben und ebenfalls in Quarantäne stehen. Wer während der Quarantäne ein negatives PCR-Testergebnis erhält, darf die Dauer der Quarantäne trotzdem nicht verkürzen. Nur wer nach zehn Tagen keine Symptome hat, darf zurück in die Freiheit. Das letzte Wort haben die zuständigen kantonalen Stellen, welche jeweils über das Vorgehen informieren und Quarantäne- und Isolationslisten erstellen.

Eingesperrte Kinder dürfen kurz an die frische Luft

Auch für Kinder und Eltern gelten die gleichen Quarantäneregeln. Einige Abweichungen gibt es aber schon. Zum Beispiel wenn nur das Kind unter Quarantäne steht. Dann ist es nicht möglich, dass die anderen Familienmitglieder gar keinen Kontakt mehr zum Kind haben, vor allem wenn es noch klein ist. Die Kontakte sollten gemäss dem BAG aber so weit wie möglich reduziert werden. Eingesperrte Kinder dürfen auch für kurze Zeit an die frische Luft, allerdings ohne Kontakt zu anderen. Ist nur die Mutter in Quarantäne, muss der Vater die Betreuung übernehmen, umgekehrt gilt auch. Sind Vater und Mutter in Quarantäne, ist das Kind nicht alt genug seinen Alltag selbst zu meistern und ist keine Fremdbetreuung möglich, muss das Kind eventuell mit in die Quarantäne.

Autor

Bruno Knellwolf

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