Felix Gutzwiller

Wie es ein Ex-Ständerat in die «New York Times» schaffte – und weshalb er dabei Shorts trägt

Felix Gutwziller schwingt auf dem Vitaparcours seinen Rumpf (Bild 1993).

Felix Gutwziller schwingt auf dem Vitaparcours seinen Rumpf (Bild 1993).

Die «New York Times» berichtet über den Ansturm auf die Schweizer Vitaparcours aufgrund des Corona-Virus – und illustriert das mit einem 27 Jahre alten Foto des ehemaligen Zürcher FDP-Ständerats Felix Gutzwiller. Das ist die Geschichte hinter der Geschichte.

Seit Mitte März sind die Fitnessstudios in der Schweiz auf Anordnung des Bundesrates geschlossen. Wer in Form bleiben will, der muss zuhause Kondition und Muskelkraft trainieren – oder draussen an der frischen Luft. Viele suchen dafür einen der 500 Vitaparcours des Landes auf. Dort warten jeweils 15 Stationen mit Übungen für Beweglichkeit, Geschicklichkeit, Kraft und Ausdauer.

Die Vitaparcours liegen wortwörtlich im Schatten – viele von ihnen sind im Wald zu finden. Auch das Licht der Öffentlichkeit dringt selten bis zu ihnen vor. Trendsportarten gibt es heutzutage viele. Die in den späten 1960er Jahren entstandenen Vitaparcours gehören definitiv nicht mehr dazu.

Wiederentdeckung wegen Coronavirus

Nach einem Boom in den 1970ern Jahren gerieten sie mit dem Aufkommen der Fitnessstudios ab den späten 1980er Jahren ins Hintertreffen. Doch ihre Wiederentdeckung in Zeiten geschlossener Fitnessstudios ist jetzt sogar dem Weltblatt «New York Times» eine Schlagzeile wert: «Swiss can't go to the gym, so they go to the woods», lautete die Überschrift über einen Artikel in der Ausgabe vom Dienstag («Die Schweizer können nicht ins Fitnessstudio, deshalb gehen sie in den Wald»).

In der Online-Version des Artikels taucht ein in der Schweiz bekanntes Gesicht auf: Auf einem Schwarz-Weiss-Bild ist der ehemalige Zürcher National- und Ständerat Felix Gutwiller zu sehen, wie er anno 1993 im Alter von 45 Jahren auf einem Vitaparcours das Rumpfschwingen praktiziert.

«Komme immer noch gleich weit runter wie 1993»

Auf Anfrage von CH Media zeigt sich Gutzwiller geschmeichelt über das Foto in der «Times». Freunde hätten ihm den Link zum Artikel geschickt: «Ein Auftritt in der ‹New York Times› ist natürlich eine seltene Ehre für einen Schweizer Politiker – und erst noch einen pensionierten», meint Gutzwiller augenzwinkernd.

Das Foto sei auf dem Vitaparcours in Zürich-Fluntern in der Nähe des Zoos entstanden. Er habe als damaliger Präsident der «Stiftung Vita Parcours» bei einem Fototermin für den «Blick» posiert, erinnert sich Gutwziller. Beim Betrachten des Fotos habe er stolz zu seiner Frau gesagt: «Beim Rumpfschwingen komme ich also immer noch gleich weit runter mit den Armen wie 1993», sagt der heute 72-jährige emeritierte Medizinprofessor.

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