Bergsturz

Wurde ausreichend gewarnt? – Bondo-Untersuchung bei der Bündner Staatsanwaltschaft

Die Bündner Staatsanwaltschaft beschäftigt sich strafrechtlich mit dem Bergsturz von Bondo im Bergell vom letzten Sommer. Sie übernahm das Dossier von der Kantonspolizei Graubünden und eröffnete eine Untersuchung darüber, ob genügend vor dem Bergsturz gewarnt wurde.

Vier Tage nach dem Bergsturz im südbündnerischen Bergell hatte die Kantonspolizei ihre Ermittlungen aufgenommen und die Staatsanwaltschaft darüber in Kenntnis gesetzt. Abgeklärt wurde im Wesentlichen, ob im Val Bondasca genügend auf die Naturgefahr eines Bergsturzes hingewiesen wurde.

Die Polizei schloss ihre Voruntersuchungen mittlerweile ab und übergab das Dossier der Staatsanwaltschaft. Das sei Anfang Juni gewesen, sagte Staatsanwalt Marus Eckert am Montag auf Anfrage zu einem Bericht in der "Sonntagszeitung". Seither prüft die Staatsanwaltschaft, ob die Gemeindebehörden ausreichend auf die Gefahr hinwiesen.

Bei einem der grössten Bergstürze in der Schweiz seit über 130 Jahren waren am Vormittag des 23. August 2017 über drei Millionen Kubikmeter Felsmaterial vom Piz Cengalo ins Seitental Val Bondasca gestürzt. Häuser im Dorf Bondo wurden von den Ausläufern des gewaltigen Abbruchs getroffen. Acht Bergwanderer - je zwei aus Deutschland, Österreich und aus der Schweiz - kamen ums Leben.

Das verwüstete Bondo aus der Luft

Das verwüstete Bondo aus der Luft (12. September 2017)

Drohnen-Aufnahmen aus der Luft zeigen das ganze Ausmass der Zerstörungen in Bondo GR. Nach einem Bergsturz am 23. August 2017 und den anschliessenden Murgängen wurde das Dorf in Mitleidenschaft gezogen. Acht Personen gelten seither als vermisst. Die Aufräumarbeiten sind weiterhin in vollem Gange.

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