Konflikt

Zürcher wollen Ja stimmen: SVP-Initiative spaltet Schweizer Bauern

Bezüglich Masseneinwanderungsinitiative haben sie das Heu nicht auf der gleichen Bühne: Markus Ritter, Präsident SBV und Ferdi Hodel, Präsident ZBV.

Bezüglich Masseneinwanderungsinitiative haben sie das Heu nicht auf der gleichen Bühne: Markus Ritter, Präsident SBV und Ferdi Hodel, Präsident ZBV.

Der Schweizer Bauernverband stellt sich gemeinsam mit dem Dachverband der Industrie gegen die Masseneinwanderungsinitiative. Doch die Eintracht ist gestört: Die Zürcher Bauern beschliessen klar die Ja-Parole. Weitere Kantonalsektionen dürften folgen.

Der Industrieverband Swissmem und der Schweizer Bauernverband haben am Dienstag gemeinsam vor der SVP-Initiative "gegen Masseneinwanderung" gewarnt. Aus ihrer Sicht ist das Volksbegehren ein Frontalangriff auf die gesamte Wirtschaft und gefährdet den Wohlstand der Schweiz.

Der gemeinsame Auftritt zeige geradezu exemplarisch die Tragweite der SVP-Initiative auf, sagte Hans Hess, Präsident des Verbands der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem) an der Pressekonferenz in Bern. Die SVP-Initiative tangiere die Schweizer Volkswirtschaft in ihrer gesamten Breite: Vom Bauernbetrieb bis zur industriellen High-Tech-Firma.

In der Industrie würde die Initiative den Fachkräftemangel noch verschärfen, sagte Hess. Er warnte davor, dass Industrie-Unternehmen deswegen ihren Standort ins Ausland verlagern könnten.

Der Direktor des Bauernverbands, Jacques Bourgeois, befürchtet ebenfalls einen Mangel an Arbeitskräften. Es sei absehbar, dass die Landwirtschaft bei einer Annahme der Initiative im Konkurrenzkampf um die reduzierten ausländischen Arbeitskräfte leer ausginge, sagte er.

Jacques Bourgeois, Direktor Schweizer Bauernverband (SBV) und Hans Hess, Praesident Swissmem demonstrieren Einigkeit.

Jacques Bourgeois, Direktor Schweizer Bauernverband (SBV) und Hans Hess, Praesident Swissmem demonstrieren Einigkeit.

Zürcher Bauernverband schert aus

Anders sieht dies der Zürcher Bauernverband (ZBV). «Wir wollen keine fremdbestimmte Zuwanderung», sagt ZBV-Präsident Ferdi Hodel gegenüber Blick. Für ihn habe sich die Lösung mit Kontingenten bewährt. Deshalb habe der ZBV-Vorstand letzte Woche die Ja-Parole für die SVP-Initiative gewählt. Und dies geschah mit 16:2 Stimmen sehr eindeutig.

Auch die Verschandelung der Landschaft sei eine Folge der Zuwanderung, so Hodel weiter. Felder und Wiesen würden einfach zubetoniert.

Verbandspräsident nimmts gelassen

Der Präsident des Schweizerischen Bauernverband und St. Galler CVP Nationalrat Markus Ritter bewertet das Ausscheren der Zürcher Sektion als nicht allzu dramatisch. Der Kanton Zürich sei von der Zuwanderung stark betroffen. Deshalb bringt Ritter Verständnis für die Befürchtungen der Zürcher auf.

Auch rechnet er noch mit weiteren Abweichlern. Immerhin beinhalte der Schweizer Verband 25 Kantonalverbände und 60 Fachorganisationen, so Ritter gegenüber Blick. (RHE)

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