ZÜRICH
Nach langem Zögern: Alfred Heer verzichtet auf eine Kandidatur für den Zürcher Stadtrat

Nationalrat Alfred Heer überlegte sich während fast fünf Monaten, ob er für einen Sitz im Zürcher Stadtrat kandidiert. Nun zieht er sich zurück. Das bringt seine Partei in Schwierigkeiten.

Francesco Benini
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Gibt der Zürcher SVP einen Korb: Nationalrat Alfred Heer.

Gibt der Zürcher SVP einen Korb: Nationalrat Alfred Heer.

KEYSTONE

SVP-Nationalrat Alfred Heer verzichtet auf eine Kandidatur für den Zürcher Stadtrat. Die Nachricht hat sich am Montagabend an einem Anlass der Stadtzürcher SVP verbreitet. Vor viereinhalb Monaten hatte der 59-jährige Heer dieser Zeitung gesagt: «Ich spreche nun mit der Findungskommission über eine mögliche Stadtratskandidatur.» Nach langem Zögern zieht sich Heer nun zurück.

Die Chancen der SVP, einen Sitz in der neunköpfigen Stadtzürcher Exekutive zu erobern, sinken damit stark. Die Partei ist seit 1990 nicht mehr im Stadtrat vertreten. Die Stadtzürcher Erneuerungswahlen finden am 13.Februar 2022 statt.

Die Stadtzürcher SVP reagiert schnell auf den Verzicht Heers. Sie will schon heute Dienstagabend bekanntgeben, wer nun ins Rennen steigt. Mögliche Kandidaten sind Stephan Iten, Susanne Brunner und Roger Bartholdi. Alle drei sind Mitglieder des Zürcher Stadtparlaments.

Alfred Heer strebte in der Vergangenheit mehrmals Ämter an, die dann andere besetzten. Er wäre gerne Fraktionschef der SVP im Bundesparlament geworden, Ständeratskandidat der Zürcher SVP und Präsident der nationalen Partei – jedes Mal wurde er von der SVP-Spitze ausgebremst. Heer kritisierte mehrmals den Kurs, den Parteivater Christoph Blocher in der SVP vorgibt.

Diesmal verzichtet Alfred Heer jedoch aus freien Stücken. Die Zürcher Stadtpartei hätte ihn gerne für den Stadtrat nominiert. Die SVP tut sich schwer in der Stadt Zürich und hoffte, Heer als Zugpferd einsetzen zu können. Bei den letzten Wahlen im Jahr 2018 fiel die Partei auf 13 Wählerprozente zurück.

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