Bundesratswahlen
Zuppiger zieht sich als Bundesratskandidat zurück

Bruno Zuppiger zieht die Konsequenzen aus dem Erbschaftsskandal, in den er verwickelt ist. Der SVP-Politiker aus Hinwil hat am Mittwoch an einer Sitzung der Partei seinen Verzicht auf die Kandidatur erklärt - «aus eigenen Stücken».

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Bruno Zuppiger

Bruno Zuppiger

Keystone

Zuppiger sagte an einer Medienkonferenz der SVP, er wolle die Partei nicht weiter mit seiner Kandidatur belasten. «Aus eigenen Stücken» habe er sich deshalb dazu entschieden, seine Kandidatur zurückzuziehen.

Fraktionschef Caspar Baader dankte Zuppiger für sein Engagement.

Baader sagte, er habe von den in der «Weltwoche» publizierten Vorwürfen gegen Bruno Zuppiger vorab - durch ihm von ausserhalb der Fraktion zugetragenen Informationen - Kenntnis gehabt. Er habe danach Erkundigungen eingeholt und dabei erfahren, dass der Fall abgeschlossen sei. Am Donnerstagnachmittag vor der Fraktionssitzung hätten dann Parteistratege Christoph Blocher und SVP-Präsident Toni Brunner mit Zuppiger gesprochen.

«Weltwoche»-Artikel brachte neue Details

Es habe eine Aussprache stattgefunden, bestätigte Brunner. Blocher und er seien ebenfalls zu dem Schluss gekommen, dass die Sache erledigt sei und niemand zu Schaden gekommen sei. Deshalb habe es auch keinen Grund gegeben, Zuppiger gleichentags nicht zu nominieren.

Umfrage

89 Prozent der az-Leser haben sich in einer online-Umfrage für einen sofortigen Rücktritts Bruno Zuppigers ausgesprochen. Insgesamt haben 446 Leser mitgemacht.

Inzwischen stelle sich der Sachverhalt aber etwas anders dar. Der «Weltwoche»-Artikel habe zusätzliche Details geliefert. Baader sagte, man habe das ganze Ausmass der Affäre zuvor unterschätzt. «Das war eine Fehlbeurteilung», so Baader.

Zuppiger sagte, er gehe davon aus, dass die Informationen, die zu dem Artikel in der «Weltwoche» führten, von einer der in den Fall involvierten Anwaltskanzleien stammten. (bau)

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