Zwei Sitze sind das erklärte Wahlziel

Die Grünen treten erstmals mit einer eigenen Liste zu den Einwohnerratswahlen in Obersiggenthal an. Sie erhoffen sich, 2 Sitze zu gewinnen.

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Aargauer Zeitung

Andreas Tschopp

Kandidierende der Grünen

Eva Eliassen Vecko, 1949, Psychologin FH, Berufs- und Laufbahnberaterin, Nussbaumen, bisher im Einwohnerrat bei SP; Christian Keller, 1968, Journalist, Nussbaumen; Ruth Meyer Klippel, 1958, Logopädin, Nuss-baumen; Jaroslav Vecko, 1952, Fotograf (selbstständig), Nussbaumen; Petra Schärer, 1966, Lehrerin, Nussbaumen.

«Ich will als Grüne politisieren und nicht als SP-Anhängsel», sagt Eva Eliassen Vecko, die seit 2002 in Obersiggenthal wohnt und als Grossrätin der Grünen bisher der SP-Fraktion im Einwohnerrat angehört hat. Dort möchte die 60-jährige Berufs- und Laufbahnberaterin auch weiterhin tätig sein, aber künftig unter eigener, grüner Flagge.

Für eine Fraktionsgemeinschaft mit der SP

Bestärkt durch das gute Abschneiden der Grünen bei den Grossratswahlen 2009 im Bezirk Baden und speziell auch in Obersiggenthal, hat Eliassen Kontakte geknüpft in ihrer Wohngemeinde, um eine Ortssektion der Grünen zu bilden und eine eigene Liste auf die Beine zu stellen für die Einwohnerratswahlen vom 29. November. Einige der Gründungsmitglieder hätten absagen müssen, da sie noch nicht Schweizer seien, erklärt die bisherige Einwohnerrätin, die sich glücklich schätzt, vier Mitstreiter(innen) gefunden zu haben, darunter ihren Ehemann Jaroslav Vecko. Eva Eliassen Vecko gibt als Wunschzielsetzung für die Wahlen die Eroberung von 2 Sitzen an im 40-köpfigen Gemeindeparlament, in dem die Grünen dann eine Fraktionsgemeinschaft mit der SP bilden wollen. «Wenn diese schon ‹konsequent grün› auf ihre Wahlwerbung schreibt, werden wir sie auch beim Wort nehmen», hält Eva Eliassen dazu noch fest.

Wie die Leaderin der Obersiggenthaler Grünen weiter erklärt, gebe es für die Gemeinde mit dem Energiestadt-Label noch einiges zu tun im Bereich Umweltschutz. Dort sollte sich die Politik nach der Agenda 21 orientieren, meint Eliassen, und längerfristig die 2000-Watt-Gesellschaft angestrebt werden. Die Einwohnerrätin hofft dabei auf die Unterstützung ihrer (ehemaligen) SP-Kolleg(inn)en im Parlament und Gemeinderat.

Regional «besser gut vernetzt als vereint»

Beim Thema Verkehr vertritt Eva Eliassen ganz dezidiert die Haltung: «Wer Strassen baut, sät Verkehr.» Das gelte auch für teure Tunnelprojekte wie durch den Martinsberg, das sie schon im Grossen Rat kritisiert habe. Man müsse deshalb mit dem bestehenden Verkehrsnetz «anders umgehen», so Eliassen, und konsequent Bus, Velo und Fussgänger priorisieren. Das Verkehrsmanagement beurteilt sie positiv vom regionalen Aspekt her. In der Regionalpolitik vertritt die grüne Politikerin generell die Meinung: «Besser vernetzt als vereint», denn: «Wenn alles ein Grosses ist, wird dieses auch schwerfällig», betont Eliassen. Sie hat festgestellt, dass Obersiggenthal finanziell nicht schlecht dastehe im Vergleich mit den Nachbarn. Man dürfe aber «nicht leichtsinnig sein», sondern müsse die Lage im Auge behalten.

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