Parktheater Grenchen

Plausch-Team sorgte vor zahlreichem Publikum für vergnügliche Unterhaltung

Dänu Wisard und sein Team konnte im sehr gut besetzten Parktheater einen gelungenen Einstand feiern. Mit seinem Mix aus Musik, Sketches, Parodien und Schnitzelbänken bot auch die diesjährige Ausgabe des Plauschs beste Unterhaltung.

Vor einem ausdrucksstarken Bühnenbild von Salvatore de Vito begrüsste Obernarr Thomas Meister «Stapi» Boris Banga samt Gattin («vielleicht zum letzten Mal») und fügte bei, dass Ex-Stapi-Kandidat Hubert Bläsi in seiner Freizeit «der Richter ist mein Henker» lese. Der Richter, der «introvertierte Solothurner» François Scheidegger, hingegen liess sich nicht blicken.

Kakophonische Urgewalt

Moderator Patrick Gribi führte mit flockig-lockeren bis derb-frivolen Sprüchen durch das Programm. Insbesondere seine Version des Gangnam Style, die er mit Assistentin Laura Di Natale aufs Parkett legte, wusste zu gefallen. Musikalisch begleitete die bewährte Plausch-Band der Frosch-Zunft mit ihrem beschwingten Sound das Publikum.

Die Krachwanzen fielen als schottische «Highlanders» ins Parktheater ein und überzeugten mit kakophonischer Urgewalt. Satte Bläsereinlagen gepaart mit ebenso beeindruckender Rhythmus-Abteilung wussten zu gefallen. Ein Hingucker sind jeweils auch die «Schuelschwänzer». Diesmal eroberten sie die Bühne als Wurzelmännchen und boten einen geheimnisvoll-mystischen Anblick. Natürlich durfte in ihrem Repertoire auch die Schüler-Hymne «The Wall» nicht fehlen.

Die Wagenbauer der Faschingszunft überraschten mit einem Auftritt im Stil der «Blue Man Group». In Ganzkörperanzügen samt Maske (natürlich in den Faschingsfarben grün-weiss-rot) hämmerten sie rhythmisch auf aus Fässern zusammengebauten Trommeln und zauberten so mehr als nur einen Hauch Magie in den Saal. Inspirierend auch der Auftritt der «Hilari Broders». Für einmal tauschten sie aus gegebenem Anlass ihre schwarzen Anzüge mit Badekleidern samt Regenschutz. Fasnachts-Unikum James Luterbacher begleitete sie als Badmeister-Kotzbrocken und bot eine köstliche Vorstellung. Gespannt war man auch auf den Auftritt der Dolce-Vita Zunft. Und diese liess sich nicht lumpen. Ihre Version des Tanzfilm-Klassikers «Dirty Dancing» war atemberaubend. Die Girls in adrett-koketten Röcken und die Boys mit kraftvoll-selbstbewusstem Gehabe liessen die frühen sechziger Jahre wieder aufleben.

Doping der Marke Armstrong

Neue Teams beschreiten neue Wege. Dies belegte auch das Plausch-Team, welches in einem dreiteiligen Film in unserer Stadt unterwegs war. Die Akteure liessen sich im Velodrome mit Doping der Marke Armstrong versorgen, sorgten am Badifest mangels anderem Angebot gleich selbst für Stimmung, standen dann aber hungrig und durstig beim Parktheater - wen wundert's - vor verschlossenen Türen.

Die «Hilari-Schnibako» hielt die Tradition der «Verslibrünzler» aufrecht. Die acht Melker bestachen mit ihren Bänken, bei denen Versmass ebenso stimmte wie die Endreime, welche zusätzlich mit trefflichen Pointen gewürzt daherkamen.

Das Gosche-Team schliesslich besetzten in schaurig-schönen Rattenkostümen das verwaiste «Amt für Kultur und Standortmarketing». In giftigen Dialogen zogen sie sodann über alles her, was in Grenchen nicht so ist, wie es sein sollte. Vor allem aber freuen sie sich auf die Stapi-Wahlen, denn bei dem Dreck der dort voraussichtlich wieder verschleudert werde, würden auch sie wiederum ein passendes Zuhause finden.

Der Plausch, angeheizt von DJ Horse und kakophonischen Klängen, ging schliesslich mit der After Party in die Verlängerung und erst in den frühen Morgenstunden zu Ende.

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