Stadtbummel
Die Kultur meldet sich mit Macht zurück

Soll mir keiner mehr damit kommen, in der Arbeiterstadt Grenchen gebe es zu wenig Kultur.

Andreas Toggweiler
Andreas Toggweiler
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Triennale-Kurator Kardo Kostas vor der Installation «Dein Gesicht hat einen Namen» unter dem Stadtdach.

Triennale-Kurator Kardo Kostas vor der Installation «Dein Gesicht hat einen Namen» unter dem Stadtdach.

Bild: Triennale

Allein dieses Wochenende kann man bei den Konzerten unter drei verschiedenen Musikstilen auswählen. Am Samstag Abend gibt’s das traditionelle Sommer Gospel auf dem Marktplatz oder für die Liebhaber von Big Band Sound die Ambassador Big Band Solothurn, welche das Parktheater zum swingen bringt. Wer beides mag, der muss sich allerdings entscheiden, denn die Events sind leider gleichzeitig.

Wer es lieber klassisch-kammermusikalisch mag, dem sei das Ensemble Fiacorda empfohlen, das am Sonntag um 17 Uhr im Bachtelensaal konzertiert mit Werken von Haydn, Verdi, Meyerbeer und Tschaikowski. Rockmusik-Fans sollen nicht reklamieren. Die hatten ihre volle Ladung bereits vor zwei Wochen.

Fehlen noch die Schlager- und Volksmusik-Freunde. Bitte Sehr: Semino Rossi war gestern Abend da, Hansi Hinterseer kommt am 11. September. Wer alles zusammen mag und erst noch essen dazu, sollte sich nächstes Wochenende vor merken. Da stuhlen die Grenchner Beizen im Zentrum einmal mehr hinaus. Nach dem Erfolg vom letzten Jahr wird die Aktion «Use stuehle», gutes Wetter vorausgesetzt, wiederholt. Ein Dutzend Musikformationen von Blues über Rock, Country, Jazz bis zum Ländler spielen vor den Restaurants auf. Das dürfte wieder sehr stimmungsvoll werden.

Haben Sie’s nicht so mit der Musik dafür eher mit visueller Kunst? Ab 10. September kommen Sie an der Triennale auf ihre Rechnung. Der traditionsreiche Anlass für Grafikfreunde hat es wieder zurück ins Stadtzentrum geschafft. Die Triennale ist dieses Jahr der «xylographischen» Grafik gewidmet.

Der Begriff beschreibt die traditionelle Technik des Holz- oder Linolschnitts, zu der die Triennale einen Künstlerwettbewerb durchgeführt hat. Die Grenchner Schau zeigt dank Wettbewerbseinsendungen aus 80 Ländern eine globale Momentaufnahme zum Stand des Schaffens. Ein (allerdings fotografisches) Werk mit dem Titel «Dein Gesicht hat einen Namen», gedruckt auf Telefonbuchseiten und mit Beiträgen von 400 Kunstschaffenden aus 30 Ländern, weist bereits seit einigen Tagen unter dem Stadtdach auf die kommende Ausstellung hin.

Diese wird bekanntlich nur alle drei Jahre durchgeführt und hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Aber dank einem motivierten Team von Grenchner Kunstfreunden ist sie bis heute am Leben geblieben. Und hoffentlich bleibt sie das noch lange.

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