Aare
«Weder zielführend noch rechtskonform»: SUPler wollen nicht sitzend paddeln

Am Donnerstag hat der Kanton Solothurn informiert, dass das umstrittene Stand-up-Paddle-Verbot auf zwei Aareabschnitten gelockert wird. Sitzend dürfen die Schutzgebiete bepaddelt werden. Die SUPler, die das Verbot bekämpfen, üben aber auch an dieser Zwischenlösung Kritik.

Noëlle Karpf
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Bekämpft das SUP Verbot: Roland Thomke.

Bekämpft das SUP Verbot: Roland Thomke.

Hanspeter Bärtschi

2021 wolle man wieder «auf die Bretter steigen können». Von diesem Ziel sprach der Bellacher Roland Thomke im vergangenen Jahr. Thomke setzt sich mit – nach eigenen Aussagen – mittlerweile rund 400 Stand-up-Paddlern gegen das SUP-Verbot ein, das auf zwei Abschnitten der Solothurner Aare gilt.

Über dieses hat der Kanton letzten Herbst informiert. Er stützt sich auf Vorgaben, die von Bundesbern herkommen. Schweizer Wasser- und Zugvogelreservate sind mit einer bundesrechtlichen Verordnung geregelt; die Umsetzung, also der Schutz dieser Zonen, liegt bei den Kantonen. Und im Solothurnischen führte das dann zu einem Verbot.

Bereits letzten Herbst schlug das grosse Wellen – Widerstand formatierte sich sehr schnell. Kritik gab es auch diesen Donnerstag wieder sehr schnell. Der Kanton informierte darüber, als Zwischenlösung das Verbot zu lockern. Die betroffenen Aareabschnitte – Lüsslingen-Solothurn und Feldbrunnen-Flumenthal – dürfen auf dem Brett sitzend befahren werden. Zumindest bis es eine langfristige Lösung gibt.

Gegnerschaft spricht von «Willkür»

Nach der entsprechenden Mitteilung ging dann prompt ein Schreiben von prosup.ch ein – der Gegnerschaft, der Thomke vorsteht. Auch Solothurn Tourismus unter Direktor Jürgen Hofer wehrt sich gegen das Verbot. Gemeinsam, so heisst es, habe man bereits letzten Herbst mit dem zuständigen Amt für Wald, Jagd und Fischerei Kontakt aufgenommen. Man sei aber immer wieder vertröstet worden. Die Gegnerschaft kritisiert einerseits also vor allem die laut ihr mangelhaften Kommunikation des Kantons.

Thomke hat letztes Jahr zudem für Schlagzeilen gesorgt, weil er eine Erfindung präsentierte: einen Sitz für das SUP, um das Verbot zu umgehen.

TeleM1

Die Zwischenlösung – mit dem sitzenden Paddeln – des Kantons hält die Gegnerschaft aber nun nicht für sinnvoll.

«Die sitzende Position ist zudem gefährlicher und erhöht die Unfallgefahr, da Kursschiffe und Motorboote die SUP-Sportler später erkennen und es so zu Kollisionen kommen kann.»

Die Gegnerschaft vertritt zudem nach wie vor die Meinung, dass es für das ursprünglich verfügte Verbot keine Rechtsgrundlage gebe. Die Gegnerschaft spricht von «Willkür» – auch weil vom Verbot das SUP alleine betroffen ist, nicht aber etwa Ruder- oder Gummiboote.

«Abschliessend halten wir zusammenfassend fest, dass wir aufgrund der genannten Argumente die vom Amt Wald, Jagd und Fischerei kommunizierte Lösung vollumfänglich und mit Vehemenz ablehnen. Sie ist weder zielführend noch rechtskonform und zudem gefährdet sie die Sicherheit der SUP-Sportler.»

Stattdessen fordere man nach wie vor eine sachliche Diskussion.

Der Kanton seinerseits hat am Donnerstag auch kommuniziert, dass für die Zeit nach dieser Zwischenlösung eine grössere Überprüfung des Schutzgebietes stattfinden soll. Die definitive Lösung, die daraus entsteht, soll dann – so hofft es der Kanton zumindest – für alle stimmig sein.

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