Abgang
Der Solothurner SVP-Nationalrat Walter Wobmann tritt nicht zur Wiederwahl an

Eine spannende Ausgangslage für die Nationalratswahlen im Kanton Solothurn: Der Sitz von SVP-Vertreter Walter Wobmann wird nach 20 Jahren frei. Der Gretzenbacher will sich nächstes Jahr nicht mehr zur Wiederwahl stellen.

Urs Moser
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SVP-Nationalrat Walter Wobmann.

SVP-Nationalrat Walter Wobmann.

Peter Klaunzer/ KEYSTONE

Walter Wobmann lässt die Katze aus dem Sack: Er wird nächstes Jahr nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Das gibt er in der Sendung «Tagesgespräch» auf Tele M1 bekannt, die am Mittwochabend online gestellt worden ist. Wobmann sitzt schon seit 2003 in Bern und erreicht im November das Pensionsalter.

Sesselklebervorwürfe oder Druck zum Abgang habe es aus der eigenen Partei aber nicht gegeben, versichert er. Im Gegenteil: Er sei sogar von Partei, Freunden und Verbänden zu einer erneuerlichen Kandidatur ermuntert worden, sagt er in der Sendung.

«Ich habe mich aber trotzdem entschieden, einen anderen Schritt zu machen.»

«20 Jahre sind genug», sagt Wobmann. «Es war eine gute und lange Zeit. Ich konnte einiges bewirken.» Nun trete er aber in eine andere Lebensphase ein. Als Höhepunkte nennt Wobmann die beiden Volksinitiativen, die er durchgebracht hat. Dies waren die Minartett-Initiative und das Burka-Verbot.

Ein begnadeter Abstimmungskämpfer

Wer Wobmanns Erbe antreten will, tritt in grosse Fussstapfen. Wie umstritten auch immer er sein mag, Walter Wobmann ist der wohl erfolgreichste Schweizer Politiker der letzten Jahre, jedenfalls an der Urne: Zwei Volksinitiativen und ein Referendum praktisch im Alleingang gewinnen, das macht ihm niemand so schnell nach (Minarettverbot, Burka-Initiative, Vignettenpreis). Es zeige, dass man mit Engagement und Wille viel erreichen kann in der Politik, sagt Wobmann.

Wobmann ist - zusammen mit FDP-Nationalrat Kurt Fluri - aktuell der dienstälteste Solothurner Nationalrat.

Noch-SVP-Nationalrat Walter Wobmann im Tagesgespräch am Mittwochabend bei TeleM1.

TeleM1