Amtsgericht Solothurn-Lebern
Wildwest-Schütze: 45 Monate sowie Landesverweis

Das Amtsgericht Solothurn-Lebern sprach den 44-jährigen Mazedonier, der in Grenchen zwei Schüsse abgegeben und einen Unbeteiligten verletzt hatte, der schweren Körperverletzung und der Gefährdung des Lebens schuldig.

Hans Peter Schläfli
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Der Mazedonier wurde schuldig gesprochen: Schwere Körperverletzung und Gefährdung des Lebens (Symbolbild).

Der Mazedonier wurde schuldig gesprochen: Schwere Körperverletzung und Gefährdung des Lebens (Symbolbild).

Keystone

Das Amtsgericht Solothurn-Lebern sprach den heute 44-jährigen Mazedonier, der im Morgengrauen des 16. Oktobers 2016 im Untergeschoss des Howeg-Gebäudes in Grenchen zwei Schüsse abgegeben und einen Unbeteiligten verletzt hatte, der schweren Körperverletzung und der Gefährdung des Lebens schuldig. Es verurteilte den Familienvater zu einer Freiheitsstrafe von 45 Monaten und verhängte einen Landesverweis von 5 Jahren.

«Das Gericht geht davon aus, dass der Beschuldigte nach einer Schlägerei in Wut nach Solothurn gefahren ist und sich eine Waffe besorgte. Er liess sich zurück nach Grenchen fahren, wo er sich unter Kokain- und Alkoholeinfluss rächen wollte», sagte Amtsgerichtspräsidentin Raphaela Schumacher in der Begründung des Urteils. «Bei der zweiten Schussabgabe ist es für das Gericht erstellt, dass sich mindestens der Barbetreiber sowie das Opfer im Korridor befanden.» Damit sei eine Gefährdung des Lebens gegeben.

«Das Opfer war acht Monate zu 100 Prozent arbeitsunfähig und leidet bis heute unter körperlichen und psychischen Folgen der Schussabgabe.»

So begründete das Gericht, dass es den Täter zu 100 Prozent haftbar für die finanziellen Folgen der Verletzung macht. Zudem muss der Beschuldigte dem Opfer eine Genugtuung von 6000 Franken zahlen.

Das Interesse der Öffentlichkeit an einer Landesverweisung sei grösser als das private Inte­resse, in der Schweiz bleiben zu dürfen, weshalb ein Landesverweis von 5 Jahren angebracht sei: «Das Verhalten des Täters passt nicht in unsere Gesellschaft, und es kann ihm keine gute Prognose gestellt werden.»

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