Coronavorschriften
Gruppe von 40 Jugendlichen aufgelöst – welche sonstigen Erfahrungen die Solothurner Polizei mit dem Versammlungsverbot macht

In den Kleinholz Sportanlagen verstiess eine Gruppe Jugendlicher gegen die Versammlungsvorschriften, welche wegen der Coronakrise momentan gelten. Im Allgemeinen sind laut Polizei Einsätze wegen Verstössen gegen diese Vorschrift aber selten und verlaufen friedlich.

Rebecca Rutschi
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Auf dem Kunstrasen neben der Eishalle spielten 30 bis 40 Jugendliche unerlaubterweise Fussball.

Auf dem Kunstrasen neben der Eishalle spielten 30 bis 40 Jugendliche unerlaubterweise Fussball.

Bruno Kissling

Zwischen 30 und 40 Jugendliche will ein Joggingsportler vor wenigen Wochen an einem Freitagabend in den Kleinholz Sportanlagen in Olten beim Fussballspielen gesehen haben, wie er gegenüber dieser Zeitung berichtet. Auf die Polizeistreife der Kantonspolizei Solothurn, die nur einen Augenblick nach dem Jogger aufgetaucht sei, hätten die Jugendlichen erschreckt reagiert.

Dies bestätigt Bruno Gribi, Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn. Eine Polizeipatrouille sei am beschriebenen Abend auf die Fussballspielerinnen und Fussballspieler aufmerksam geworden. Als die Jugendlichen die Polizei erblickten, seien die meisten von ihnen davongerannt. «Demzufolge löste sich das Problem, ohne dass weitere polizeiliche Massnahmen nötig wurden», meint Gribi.

Polizei macht Bevölkerung ein Kompliment

Im Allgemeinen kämen Polizeieinsätze wegen Verstössen gegen die Corona-Sonderbeschränkungen zu Treffen und Versammlungen eher selten vor. «Bis anhin können wir der Solothurner Bevölkerung ein grosses Kompliment aussprechen. Wir stellen fest, dass sie die beschlossenen Massnahmen grossmehrheitlich einhalten», lobt Gribi.

Werden Menschenansammlungen, die nicht den bestehenden Vorschriften entsprechen, dennoch einmal festgestellt, so würden die Beteiligten durch die Polizei in aller Regel angesprochen und aufgefordert, die beschlossenen Massnahmen einzuhalten. Jugendliche und junge Erwachsene missachteten dabei die Versammlungsvorschriften eher als Menschen anderer Altersgruppen.

Gespräche bringen mehr als Bussen

Diese Begegnungen zwischen der Polizei und den Versammelten verliefen meistens sehr friedlich. «Wir wissen, dass die momentane Situation für alle schwierig ist und sind überzeugt, dass aufklärende Gespräche mehr bringen als das Ausstellen von Bussen», meint Gribi verständnisvoll. Deswegen lege die Kantonspolizei ihren Fokus nicht auf Repression, sondern auf Prävention und Aufklärung. «Es ist uns ein grosses Anliegen, verhältnismässig und mit gesundem Menschenverstand vorzugehen», fügt der Mediensprecher hinzu.

Bei groben Zuwiderhandlungen oder im Umgang mit uneinsichtigen Personen, müsse die Polizei aber natürlich trotzdem aktiv werden. Gegen Personen, die sich nicht an bestehende Vorschriften halten, können die Polizistinnen und Polizisten eine Strafanzeige einreichen oder eine Ordnungsbusse ausstellen. Hierbei ist entscheidend, welche Vorschrift genau gebrochen wurde.