Gretzenbach/Fulenbach

Einbrecher klauen Hunderte Werkzeuge – und richten hohen Schaden an

Mittlerweile sind der Kantonspolizei drei Einbrüche in Industriebetriebe bekannt. Der letzte Fall ereignete sich am vergangenen Wochenende in Gretzenbach. Zudem sind auch zwei Fulenbacher Firmen Opfer der unbekannten Einbrecher geworden.

Drei Einbrüche, drei geschädigte Firmen, drei offene Fälle. Eine Einbruchserie beschäftigt derzeit die Kantonspolizei Solothurn. Der neuste Einbruch ereignete sich am vergangenen Wochenende in Gretzenbach. Unbekannte drangen in einen Industriebetrieb für Maschinen- und Systembau an der Bodenackerstrasse ein. Laut der Mitteilung der Polizei entwendete die Täterschaft vorfabrizierte Bohrer und Metallplättchen.

Die Schadenssumme soll mehrere 10'000 Franken betragen. Die geschädigte Firma will auf Anfrage dieser Zeitung keine Angaben zum Vorfall machen. Es handle sich um ein laufendes Verfahren, teilt sie mit.

Einbruchserie bei Solothurner Metallbau-Firmen

Einbruchserie bei Solothurner Metallbau-Firmen

Zuletzt suchten Unbekannte die Firma Jäggi in Fulenbach heim. Dort entwendeten sie Werkzeuge und Material im Wert von über 100'000 Franken.

«Es war ein Stich ins Herz unseres Unternehmens»

Bereits vor einem Monat informierte die Kantonspolizei über einen Einbruch in einen Fabrikationsbetrieb in Fulenbach. Am Wochenende des 22. und 23. Juni stahlen Unbekannte mehrere Werkzeuge aus einem Industriebetrieb an der Murgenthalerstrasse.

Die Firma möchte ihren Namen nicht in der Zeitung lesen, dennoch berichtet der Geschäftsführer über den Vorfall: «Es war ein Stich ins Herz unseres Unternehmen. Einige Tage lang konnten wir nicht weiter arbeiten, da uns Werkzeuge fehlten.» Den Diebstahl hätten Mitarbeitende erst bemerkt, als sie die Schubladen in der Produktionshalle geöffnet hatten. Mehr als 60 Schubladen, in denen Hartmetall-Fräser und -Bohrer gelagert waren, räumten die Diebe aus.

Mehrere Hundert Werkzeuge, zum Teil noch in Originalverpackung, wurden gestohlen. Ausserdem liessen die Täter sogenannte Wendeplatten aus Hartmetall mitgehen. Die Büroräume des Unternehmens seien nicht betroffen. «Der Schaden beläuft sich auf über 300'000 Franken», sagt der Geschäftsführer. Sie würden nun Massnahmen ergreifen, um eine Wiederholung eines solchen Einbruchs verhindern zu können.

Tresor zerstört, Schubladen ausgeräumt

Wenige Wochen darauf erlebte die Firma Jäggi AG in Fulenbach ein ähnliches Szenario. Der stellvertretende Geschäftsführer, Othmar Blösch, entdeckte den Einbruch am Morgen des 14. Juli selbst. «Zuerst sah ich den Tresor, an dem sich offensichtlich jemand zu schaffen gemacht hatte», sagt Blösch auf Anfrage. Der Täterschaft sei es aber nicht gelungen, den Stahlschrank zu öffnen. Aber: «Der Schaden, den sie angerichtet haben, kommt uns teuer zu stehen.»

Danach entdeckte Blösch das Fenster, das die Unbekannten zerschmetterten, um in die Produktionshalle einsteigen zu können. Ebenso wie einige Wochen zuvor im Fulenbacher Industriebetrieb waren auch bei der Jäggi AG die Schubladen «schön verschlossen», wie Blösch erzählt.

«Die Täter kennen sich mit Werkzeugen aus»

Die Täterschaft entwendete Werkzeuge aus Hartmetall, verschiedene Bohrer – in den Schubladen blieben einzig die Originalverpackungen zurück – sowie mehrere Hundert Schachteln voller Wendeplatten für Fräsmaschinen. Blösch wunderte sich darüber: «Wenn man die Werkzeuge auspackt, verlieren sie ihren Wert. Danach kann man höchstens noch das Metall verkaufen.»

Dennoch geht er davon aus, dass die Täterschaft wusste, was sie tat. «Sie haben gezielt Hartmetall gestohlen. Ich bin mir sicher, dass sich die Täter mit Werkzeugen auskennen.» Weiter geht er davon aus, dass es sich um mehrere Täter gehandelt habe.

Bei der Jäggi AG wurde ein Schaden in der Höhe eines sechsstelligen Betrags angerichtet. Die Firma musste sämtliche Werkzeuge neu einkaufen. Blösch erklärt, dass auch sie sich nun die Installation von Überwachungskameras überlegen.

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