Warnung

Emme-Hochwasser passiert Kanton Solothurn ohne Schäden

Die Emme erreichte wegen heftigen Niederschlägen den höchsten Stand seit 300 Jahren. Im Bernbiet richtete das Hochwasser grosse Schäden an, im Kanton Solothurn ging es glimpflich aus. Olten blieb verschont.

«Nach derzeitigen Kenntnissen sind keine Personen zu Schaden gekommen», teilt die Kantonspolizei Solothurn mit. Auch Meldungen über grössere Sachschäden seien bisher keine eingetroffen.

Die Gefahr einer Flutwelle ist gebannt, dennoch warnt die Polizei vor Schwemmholz im Wasser. Auch sei nicht auszuschliessen, dass das Ufer unterspühlt worden sei.

Diego Ochsner, Chef des Amts für Militär und Bevölkerungsschutz, hat bereits um 14 Uhr Entwarnung für Biberist gegeben. Alle baulichen Massnahmen gegen Hochwasser hätten gehalten. Der Damm hat sich bewährt.

Einige Anwohner haben ihre Keller aus Vorsicht leer geräumt. Doch die Emme ist nur einmal kurz übergeschwappt, wie ein Leserfoto zeigt.

Die Emme kommt kurz übers Ufer

Die Emme kommt kurz übers Ufer

Die Feuerwehr hatte um den Mittag mobile Hochwassersperren, sogenannte «Beaver»-Schläuche, im Giriz-Quartier unterhalb des Wehrs aufgestellt. Dies vor allem präventiv, da es «nicht absehbar war, wie sich die Hochwassersituation entwickeln wird», heisst es von seiten der Einwohnergemeinde Biberist.

Die massive Wassermenge, die wegen der Niederschläge im Bernbiet heranströmt, brauchte ungefähr 1,5 Stunden bis Olten. Doch auch da gab es keine Probleme. Die Aare kam hoch, trat jedoch nicht über das Ufer.

Höchster Stand seit 300 Jahren

Grund für die Flut in der Emme waren heftige Niederschläge, die in den frühen Morgenstunden im oberen Emmental, besonders in der Region Marbach und Schangnau innerhalb kurzer Zeit niedergegangen waren. Bis zu 100 Liter pro Quadratmeter waren es örtlich nach Angaben von Marco Stoll, Meteorologe bei Meteoschweiz.

Die grossen Regenmengen, zwischen 50 und 100 Liter pro Quadratmeter, seien innert ein bis drei Stunden gefallen, führte Stoll aus. Das sei das Kritische an der Situation gewesen.

Dazu komme, dass es bereits vom Wochenende bis am Mittwoch viel geregnet habe und vor allem die Böden kein Wasser mehr aufnehmen konnten.

Aufgrund des Niederschläge stieg die Emme innert kurzer Zeit stark an. Gemäss David Volken, Sprecher des Bundesamtes für Umwelt, erreichte die Emme den höchsten Stand seit 300 Jahren.

Schlamm, Geröll und Wasser

Noch unklar ist das Ausmass der Schäden, die das Unwetter anrichtete. In Bumbach hatten sich die braunen Wasser der Emme einen Weg durchs Dorf gebahnt. Überall Wasser, Schlamm und Geröll.

"Die Situation ist schlimm", wird der örtliche Feuerwehrkommandant Andreas Wüthrich auf Blick online zitiert. "Das ganze Tal ist überschwemmt. Bumbach steht unter Wasser. Ich kann nicht beschreiben, wie das viele Wasser in so kurzer Zeit gekommen ist."

Vergleichsweise glimpflich kam das altehrwürdige Kemmeribodenbad davon. Die Emme sei zwar auch da über die Üfer getreten. Der Pegel sei im Quellgebiet der Emme, wo sich das Hotel befindet, aber schnell wieder gefallen, sagte Geschäftsführer Reto Invernizzi auf Anfrage.

Bis das von der Aussenwelt abgeschnittene Kemmeribodenbad wieder Zugang zur Aussenwelt hat, vertreibt sich Invernizzi mit den Gästen die Zeit "mit Jassen und Plaudern", wie er sagte.

Meterlange Baumstämme

Die Springflut erreichte dann um 12.43 Uhr das Solothurnische Biberist. Das Wasser stieg ganz plötzlich an. Und auch hier brachte die Emme meterlange Baumstämme, Äste und Dreck mit sich.

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