Kanton Solothurn
«Gravierende Folgen»: Sturmschäden und Trockenheit setzen dem Wald zu

Trockenheit, Stürme und Borkenkäfer setzen dem Solothurner Wald immer stärker zu. Kanton und Waldeigentümer sind gefordert. Die Bevölkerung muss im Wald vermehrt achtsam sein.

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Die Folgen sind im Wald deutlich wahrnehmbar.

Die Folgen sind im Wald deutlich wahrnehmbar.

zvg

Wer den Blick diesen Sommer auf den Wald wirft, dem fallen die braun gefärbten toten Bäume auf, die wie eingestreut im Grün hervortreten. Die Auswirkungen der Trockenheit auf die Buche, vor allem im nördlichen Teil des Kantons sowie auf die Weisstanne, insbesondere am Jurasüdfuss, seien gravierend, stellt der kantonale Verband der Bürgergemeinden und Waldeigentümer fest.

Im Mittelland seien zudem die Folgen von Burglind und die Borkenkäferschäden bei der Fichte gut sichtbar, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung des Verbandes und des Kantons. Dazu kämen bereits bekannte Waldschäden wie das Eschentriebsterben.

Das Waldstück bei Kestenholz wurde im Januar 2018 durch den Sturm «Burglind» arg in Mitleidenschaft gezogen.
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Das Waldstück bei Kestenholz wurde durch den Sturm «Burglind» arg in Mitleidenschaft gezogen.
Im Ballypark musste eine gut 100-jährige Buche entfernt werden, die wegen Sturm «Burglind» direkt auf eines der Pfahlbauerhäuschen kippte.
Im Ballypark musste eine gut 100-jährige Buche entfernt werden, die wegen Sturm «Burglind» direkt auf eines der Pfahlbauerhäuschen kippte.
Dieser Lastwagen fiel «Burglind» zum Opfer. Er blockierte die Durchfahrt auf der Autobahn A1 Fahrtrichtung Bern zwischen Oensingen und Niederbipp.
In Biberist fiel ein Baum auf Auto in Biberist – eine Person wurde dabei leicht verletzt.
Nicht mehr dort, wo es sein sollte: Ein Trampolin statt im Garten auf der Aarauerstrasse in Obergösgen.
Heftige Gebäudeschäden an einem alten Bauernhaus an der Hauptstrasse in Neuendorf.
Sturm Burglind: Die eindrücklichsten Bilder aus dem Kanton Solothurn
In der Werkhofstrasse in Solothurn wurde ein Baum entwurzelt.
Ein anderer Baum fiel auf Leitung der Bahnlinie bei Riedholz und blockierte die Strecke des Aare-Seeland-Mobils.
Auch in Wangen bei Olten musste die Feuerwehr einen Baum von der Strasse räumen.
Wegen herabstürzender Ziegel war der Obere Winkel in Solothurn gesperrt.
Beim Solothurner Konzertsaal stürzten Bäume auf Autos.
Bei der Dorfmetzgerei in Neuendorf stürzte eine Tanne direkt vor die Ladentür.

Das Waldstück bei Kestenholz wurde im Januar 2018 durch den Sturm «Burglind» arg in Mitleidenschaft gezogen.

Christian Merz

Vorsicht im Wald

Die Folgen seien im Wald deutlich wahrnehmbar. «Äste, Kronenteile und ganze Bäume sind dürr und können jederzeit abfallen oder umstürzen. Besonders abgestorbene Laubbäume werden schnell brüchig», heisst es.

Nach heutiger Einschätzung könne nicht davon ausgegangen werden, dass sich diese Situation rasch entschärfen werde.

Der Wald bleibe ein Naturraum und verändere sich mit dem Klimawandel, dessen müssten sich die Besucherinnen und Besucher bewusst sein. Der Verband nennt Verhaltensregeln, die beim Waldbesuch wichtig sind:

  • Dürre Bäume und Kronenteile: Schauen Sie dann und wann nach oben.
  • Meiden Sie stark geschädigte Bestände und halten Sie sich nicht unter geschädigten Bäumen auf.
  • Beachten und respektieren Sie Absperrungen und Hinweistafeln.
  • Bei stürmischem Wetter ist besondere Vorsicht geboten: Meiden Sie den Wald.

Finanzielle und personelle Herausforderung

«Das Forstpersonal arbeitet mit Hochdruck daran, die Risiken für die Besucherinnen und Besucher des Waldes soweit möglich und sinnvoll zu senken», schreibt der Verband. Auch gegen eine weitere Ausbreitung des Borkenkäfers würden Holzschläge durchgeführt. Da aber der Holzmarkt europaweit völlig übersättigt ist, vermöge der niedrige Holzpreis die Kosten der Eingriffe kaum zu decken. «Die Situation ist eine grosse Herausforderung und bringt die Forstbetriebe an den Rand ihrer Kapazität, personell sowie finanziell».

Die Bevölkerung wird um Verständnis gebeten, wenn Waldwege oder Rastplätze aus Sicherheitsgründen und bei Holzerarbeiten vermehrt abgesperrt sind. (sks)

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