Nicht alle Kinder in der Schweiz sind ausreichend gegen die Kinderkrankheit Masern geimpft. Das zeigt sich nun auch in diesem Fall im Kanton Solothurn. Als am 8. Mai ein junger Mann den Orientierungstag für seinen Militärdienst besucht, bemerkt er nicht, dass er bereits mit dem Masernvirus infiziert ist. Zwei Tage nach dem Anlass bricht die Krankheit bei ihm aus.

Das Gesundheitsamt des Kantons Solothurn reagiert drei Tage später und informiert alle Teilnehmer des Orientierungstages über die Krankheit. Im Schreiben, das der der Solothurner Zeitung vorliegt, heisst es: «Sie sind mit Masern in Kontakt gekommen.» Zudem wird auf die Gefahr des hohen Komplikationsrisikos aufmerksam gemacht.

Schreiben des kantonalen Gesundheitsamtes

Schreiben des kantonalen Gesundheitsamtes

Vier Tage vor Ausbruch ansteckend

«Das gemeine an der Krankheit ist, dass man bereits vier Tage vor Ausbruch des Virus ansteckend ist», erklärt Kantonsarzt Christian Lanz auf Anfrage. So gesehen habe man in diesem Fall handeln und die anderen Teilnehmer darüber informieren müssen. Mehr könne man aber nicht machen. «Wir setzen da vor allem auf die Eigenverantwortung», sagt Lanz.

Ähnlich klingt es auch aus dem Kreiskommando. Dort hat man die Mitarbeiter des Zivilschutz- Kompetenzzentrums Balsthal, wo der Orientierungstag stattfand, jedoch im Nachhinein vorsorglich geimpft. Erkrankt sei bisher aber niemand, versichert Kreiskommandant Diego Ochsner auf Anfrage.

Nicht zu unterschätzen

Was die Krankheit betrifft, so ist diese laut dem Kantonsarzt nicht zu unterschätzen. «Die Komplikationsrate beträgt rund 5 bis 10 Prozent. Das ist höher als bei der normalen Grippe.» Erst kürzlich hätten zwei an Masern erkrankte Kinder aus dem Kanton Solothurn eine Hirnentzündung erlitten. Diese seien nun schwerst behindert.

Woher der kranke Teilnehmer das Virus hat ist bereits klar: «Der junge Mann steckte sich durch seinen Bruder an, der das Virus während eines Berlin-Aufenthaltes aufgelesen hat. Die beiden entwickelten glücklicherweise keine Komplikationen. Dennoch, sie sind bettlägerig und liegen zurzeit im Spital», so Lanz.