Gerlafingen
Nach dem Tod von zwei Mädchen: Polizei ermittelt wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung

Nachbarn in Gerlafingen und Meinisberg trauern um die beiden Mädchen, die am Wochenende gestorben sind. Polizei und Staatsanwaltschaft haben ihre Ermittlungen aufgenommen.

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«Es ist sehr tragisch. Ich weiss nicht, wie es anderen geht, aber mir ist das sehr nahe gegangen», sagte eine Anwohnerin in Gerlafingen gegenüber TeleM1, nachdem sie von dem Tod der beiden Mädchen in Gerlafingen erfahren hatte.

Am Samstag gab die Kantonspolizei Solothurn bekannt, dass in einer Wohnung in Gerlafingen zwei tote Mädchen gefunden worden waren. «Aufgrund der angetroffenen Situation und ersten Ermittlungen ist von einem Gewaltverbrechen auszugehen», schrieb die Polizei dazu in der Medienmitteilung.

Als Tatverdächtige habe man die Mutter der Kinder festgenommen. Weitere Informationen zur Tat gibt es von Seite der Kapo vorerst nicht, sie verweist auf die noch laufenden Ermittlungen.

Die Tat sorgte in der Gemeinde für Trauer und Ratlosigkeit. In der Schule in Gerlafingen war heute ein Care-Team im Einsatz, dass die Kinder und Lehrpersonen betreute. Auch die Einsatzkräfte der Polizei werden von einem Care-Team betreut.

Ermittlung wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung

Die beiden Mädchen gingen in den Kindergarten und in die Unterstufe. Die Kinder haben noch eine ältere Schwester, die ebenfalls noch zur Schule geht. Laut dem Regionalsender TeleM1 wird das Mädchen nun von der Kesb betreut, diese entscheidet auch, wo das Mädchen nun lebt.

Für die 12-Jährige sei es nun wichtig, Trost zu finden. Das sagt Korina Stoltenberg, Sozialarbeiterin bei der Opferhilfe Aargau-Solothurn, gegenüber dem Regionalsender: «Das Kind muss getröstet werden. Es gibt viele Fragen, die nicht beantwortet werden können. In solchen Fällen begleiten und unterstützen wir die Betroffenen».

Für Ratlosigkeit sorgte die Tag auch in der Gemeinde Meinisberg im Kanton Bern. Dort hatte die Familie gelebt, bis die Mutter mit ihren drei Kindern ohne ihren Partner nach Gerlafingen gezogen war. Der Gemeindepräsident von Meinisberg äusserte sich gegenüber dem Blick zu der Tat: «Das ist wie ein Trauma», so Gemeindepräsident Daniel Kruse.

Die Familie sei im Ort höchstens positiv aufgefallen, die Mutter sei in der Schule als engagiert und hilfsbereit wahrgenommen worden. Nun hat die Staatsanwaltschaft gegen die Mutter laut TeleM1 eine Untersuchung wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung eröffnet. (szr)