Parteitag
«Rosso» verabschiedet – die SP Kanton Solothurn wird jetzt im Co-Präsidium angeführt

Am Mittwochabend hielt die SP Kanton Solothurn Parteitag ab. Auf der Traktandenliste standen zwei Verabschiedungen. Einerseits gab Präsidentin Franziska Roth das Zepter weiter. Zudem war der Anlass auch die letzte Versammlung für Parteisekretär Niklaus Wepfer.

Noëlle Karpf
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Von links: Hardy Jäggi, Franziska Roth, Nadine Vögeli.

Von links: Hardy Jäggi, Franziska Roth, Nadine Vögeli.

Michel Luethi

«Ersatzwahlen» – diese standen auf der Traktandenliste des Parteitages der SP Kanton Solothurn von diesem Mittwoch. Die wohl prominenteste Wahl betraf das Parteipräsidium. Franziska Roth, die die Solothurner Sozialdemokraten seit 2012 angeführt hatte, gab das Amt ab. Bereits im Vorfeld war bekannt gewesen, dass es zu keiner Kampfwahl kommen wird, weil es nur eine Kandidatur gab: Diese bestand aus Kantonsrätin Nadine Vögeli (Hägendorf) und Kantonsrat Hardy Jäggi (Recherswil) im Co-Präsidium.

Klar war also schon im Voraus, wer künftig die Kantonalpartei anführen wird. Wortmeldung zur Kandidatur gab es auch nur eine: Leo Hug (Juso, Biberist) äusserte sich kritisch dazu, dass Vögeli im Vorfeld der Regierungsratswahlen, zweiter Wahlgang, den SVP-Kandidaten Richard Aschberger (Grenchen) unterstützt hatte. Vögeli erklärte am Parteitag den Anwesenden vor Ort im Konzertsaal und den Zuschauerinnen und Zuschauern, die im Livestream dabei waren, sie habe fast damit gerechnet, dass dieser Punkt angesprochen würde. Sie sei aber der Meinung, dass die SVP mit ihrem Wähleranteil im Kanton mit in die Verantwortung gezogen werden solle.

«Und sie hatten einen Kandidaten aufgestellt, mit dem man wirklich zusammen arbeiten und sich anständig austauschen kann»

– natürlich hätte auch sie lieber eine linke Mehrheit in der Regierung gehabt. «Aber diese Auswahl hatten wir nicht.»

Die Wahl fiel dann ziemlich klar aus: Mit 59 Ja- und 4 Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen – 2 davon kamen von den Kandidierenden – wurde das Co-Präsidium gewählt.

«Dreamteam» verabschiedet

Die abtretende Franziska Roth, «Rosso» und «Fränzle» genannt im Verlaufe des Abends, wurde mit Videobotschaft und Blumenstrauss verabschiedet. Und durch Worte von Ständerat Roberto Zanetti (Gerlafingen), der die Nationalrätin als Naturtalent bezeichnete, als Publikumsliebling, hartnäckige Politikerin mit butterweichem Herz. Die Solothurnerin verabschiedete sich danach mit den Worten, sie fühle sich einfach «verdammt dehei» in «ihrer» Partei und bleibe den Genossinnen und Genossen als Nationalrätin erhalten.

Ebenfalls verabschiedet wurde am Parteitag Parteisekretär Niklaus Wepfer (Balsthal). Zanetti sprach im Zusammenhang mit Roth und Wepfer auch von einem «Dreamteam». Von «Feuer und Wasser» – was zusammen eben «Dampf» gebe. Auch diese Nachfolge wird von einer Zweierbesetzung übernommen: Niels Kruse (Bellach) und Fabian Müller (Balsthal) teilen sich das Parteisekretariat.

Das «Dreamteam» wurde verabschiedet: Niklaus Wepfer und Franziska Roth hatten ihren letzten Parteitag als Parteisekretär respektive Parteipräsidentin.

Das «Dreamteam» wurde verabschiedet: Niklaus Wepfer und Franziska Roth hatten ihren letzten Parteitag als Parteisekretär respektive Parteipräsidentin.

Screenshot Youtube

Einstimmig in die Geschäftsleitung gewählt wurden zudem als Juso-Vertreterin Kassandra Frey (Solothurn), als Vertreterin für die Junge SP Region Olten Melina Aletti (Niedergösgen) und als Vertreter für die Region Olten-Gösgen Urs Huber (Obergösgen).

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