Schutzmassnahmen
Terrassenbetrieb «vertretbar»: Kanton Solothurn kann sich kleine Öffnungsschritte vorstellen

Der Kanton Solothurn betrachtet die epidemiologische Lage nach wie vor als instabil. Weil immer mehr Menschen geimpft sind, würde er eine Öffnung der Terrassen trotzdem befürworten.

Rebekka Balzarini
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Der Landhausquai im November 2020. Bald könnten die Terrassen vielleicht wieder öffnen.

Der Landhausquai im November 2020. Bald könnten die Terrassen vielleicht wieder öffnen.

Fabio Vonarburg

Einmal mehr schauen Bevölkerung und Kantone gespannt nach Bern. Dort berät der Bundesrat am Mittwoch an der Sitzung über allfällige Lockerungen der Schutzmassnahmen.

Wie ein möglicher zweiter Öffnungsschritt aussehen könnte, hat die Landesregierung bereits im Februar skizziert. Damals schlug der Bundesrat vor, in einem zweiten Öffnungsschritt Sport- und Kulturveranstaltungen im kleinen Rahmen wieder zu ermöglichen, auch Sport in Innenräumen sollte wieder erlaubt sein. Die Öffnung der Restaurantterrassen konnte sich die Landesregierung in einem zweiten Schritt vorstellen.

Mit «gebotener Vorsicht» öffnen

Anders als vor früheren Bundesratssitzungen gab es vor der heutigen Sitzung keine Vernehmlassung, in der sich die Kantone zu den geplanten Öffnungsschritten äussern konnten. Der Kanton Solothurn verwies am Dienstag deshalb auf eine Stellungnahme der Regierung vom März.

In dieser hatte sich die Kantonsregierung positiv zu den vom Bundesrat vorgeschlagenen Lockerungen in einem zweiten Öffnungsschritt ausgesprochen. Damals hiess es in der entsprechenden Medienmitteilung aber auch:

«Das Öffnungspaket soll nur dann umgesetzt werden, sofern die epidemiologische Lage es zulässt. Denn die Fallzahlen, die lange Zeit stagnierten, steigen derzeit wieder an.»

Seither hat sich die epidemiologische Lage im Kanton eher weiter verschlechtert, zumindest, was die Fallzahlen angeht. Diese sind in den vergangenen Wochen wieder gestiegen, wie ein Blick in den Situationsbericht zur epidemiologischen Lage im Kanton der vergangenen Woche zeigt. Auch bei den Hospitalisationen zeigt der Trend nach oben.

Trotzdem kann sich der Kanton Solothurn kleine Öffnungsschritte vorstellen. Das gib er am Dienstag in einem kurzen Statement bekannt. Grund dafür ist, dass sich immer mehr Menschen impfen lassen können. Stand Montag waren im Solothurnischen 21176 Personen vollständig geimpft, 37202 Personen haben eine erste Impfdosis erhalten.

Laut Peter Eberhard, Leiter des kantonalen Gesundheitsamts, sollen bis Mitte Mai alle Personen über 65 Jahren, die das gerne möchten, eine erste Impfdosis erhalten haben.

«Aufgrund dieser Ausgangslage werden schrittweise Öffnungsschritte wie beispielsweise die Öffnung der Terrassen zwar als risikoverbunden, aber vertretbar erachtet», schreibt Eberhard. Dies, obwohl der Kanton die epidemiologische Lage laut Statement nach wie vor als «instabil» beurteilt.

Viele Menschen trotz geschlossenen Terrassen

Mit dem frühlingshaften Wetter wurde es in den vergangenen Wochen auch im Kanton an einigen Orten schwieriger, die Schutzmassnahmen durchzusetzen. Bei schönem Wetter trafen sich etwa viele Menschen am Landhausquai in Solothurn, wo viele Lokale auf Take-Away-Betrieb umgestellt haben.

Laut der Stadtpolizei wurde die maximale Gruppengrösse von 15 Personen zwar häufig eingehalten, trotzdem musste die Polizei schon Bussen aussprechen, wie der Kommandant der Stadtpolizei in einem Interview in der vergangenen Woche sagte.

Weil sich immer mehr Menschen an der Aare auf ein Bier oder eine Pizza aus der Schachtel treffen, gibt in der Stadt auch das Thema Littering vermehrt zu reden. Laut Angaben des Werkhofchefs der wird in den Abfallkübeln eineinhalb mal so viel Abfall entsorgt wie in einem «normalen» Jahr.

Für den zusätzlichen Abfall sorgen Take-Away-Behälter und Masken. Die Mitarbeiter des Werkhofs entsorgen den Abfall deshalb neu dreimal pro Tag, und es werden zusätzliche mobile Abfalleimer aufgestellt.

Wegen Littering: Am Landhausquai sind neu mobile Abfalleimer hingestellt worden.

Wegen Littering: Am Landhausquai sind neu mobile Abfalleimer hingestellt worden.

Hanspeter Bärtschi