Erschliessung
Bellach hat Stress wegen Strassenbau

An den Plänen für die neue Erschliessungsstrasse Bellach Ost wird eifrig gearbeitet. Nicht ohne Grund: Die Strasse muss Mitte Dezember befahrbar sein, sonst wird es teuer.

Urs Byland
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Links weg wird die Erschliessungsstrasse zu den Wohnblöcken im Grederhof und zum Bahnhof Bellach führen.

Links weg wird die Erschliessungsstrasse zu den Wohnblöcken im Grederhof und zum Bahnhof Bellach führen.

Hanspeter Bärtschi

Bellach soll eine neue Strasse im Osten erhalten. Und zwar so schnell als möglich. Denn die Erschliessung Bellach Ost bringt dem Kanton Millionen, welche der Bund für die seinerzeitige Verschiebung des Bahnhofs bereithält.

Diese gilt im Agglomerationsprogramm erster Generation aber erst als vollendet, wenn «der neue Bahnhof innert zweier Jahre besser an das Busnetz angeschlossen wird», wie der Kanton schreibt. Das war Anfang 2014.

Die neue Erschliessungsstrasse, die von der Quartierstrasse beim Grederhof (Marktstrasse) in einer Schleife zum Franziskanerkreisel führt, füllt die Lücke im Busnetz, und alle wären zufrieden. Der Bahnhof Bellach wäre damit für den öffentlichen Verkehr erschlossen.

Die Krux ist, dass die Strasse bis Mitte Dezember, wenn der Fahrplan seinen jährlichen Wechsel erfährt, vollendet sein muss. «Das werden wir schaffen, auch wenn vielleicht noch ohne Deckbelag», ist Bellachs Bauverwalter Hans Lüthi zuversichtlich.

Das grösste Hindernis sind die Kosten der Strasse, denn diese müssen zu einem wesentlichen Teil von den Grundeigentümern bestritten werden. So beträgt der Anteil der Grundeigentümer bei einer neuen Erschliessungsstrasse inklusive Beleuchtung 90 Prozent. An die Wasserleitung und an die Schmutzwasserleitung sind nochmals 70 Prozent der Kosten von den anliegenden Grundeigentümern zu bezahlen.

Gestundet

Die aktuellen Kosten für die Erschliessungsstrasse betragen 1,68 Millionen Franken. Die Lösung, die dem Gemeinderat zur Genehmigung vorgelegt wurde, zeigt ein differenziertes Bild.

Die Anteile der beiden Grundeigentümerinnen, der Bürgergemeinde Solothurn und einer Erbengemeinschaft, werden jeweils noch mit den Landerwerbskosten durch die Gemeinde verrechnet.

Die Erbengemeinschaft tritt Land für die neue Strasse im
Wert von 247'000 Franken und die Bürgergemeinde im Wert von 5'200 Franken ab. Zudem wird der Anteil der Erbengemeinschaft, der östlich der neuen Erschliessungsstrasse in der Reservezone liegt, von der Gemeinde gestundet. Dort wird in den nächsten 20 Jahren kaum gebaut werden können. Hier sind noch nicht alle Unterschriften gezeichnet.

Baubeginn im Juni

Bellach wird demnach für die Erschliessungsstrasse zirka 890'000 Franken aufwenden müssen. Die entsprechenden Kredite wurden bereits mit dem Investitionsbudget genehmigt. Einzig für die Wasserleitung musste ein Nachtragskredit von 140'000 Franken gesprochen werden.

Die Pläne zeigen im Übrigen eine Erschliessungsstrasse, die nur für den Langsamverkehr, Bus, Feuerwehr, Werkhof und Sanität durchgängig sein wird. Drei Poller verhindern eine Durchfahrt für den Personenwagenverkehr. Wer sich verfährt, erhält beim Wendeplatz vor den Pollern Platz zum Umkehren. Eine Bushaltestelle ist gegenüber dem Kindergarten Grederhof, etwas nach Osten verschoben geplant.

Planauflage erst später

Der Gemeinderat genehmigte das Bauprojekt mit der Beitragsberechnung und den Teilplänen für Wasser- und Schmutzwasserleitungen. Ebenso den Landerwerb für die neue Erschliessungsstrasse sowie den nötigen Nachtragskredit. Öffentlich aufgelegt werden die Pläne aber erst, wenn die Landerwerbsvereinbarungen von allen Parteien unterzeichnet sind. Das Terminprogramm sieht einen Baubeginn ab Juni vor. «Die Submission ist bereits im Gange», so Lüthi.

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