Luterbach
Biogen forderte den Kanton - Pläne sind genehmigt

Der Solothurner Regierungsrat hat die Pläne zum Areal Attisholz Süd und zur Biogen-Ansiedlung genehmigt.

Urs Byland
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Das Areal ist vorbereitet. Nun kann die Pfählung stattfinden.

Das Areal ist vorbereitet. Nun kann die Pfählung stattfinden.

Michel Luethi

Die Biogen-Ansiedlung schreitet voran. Das Terrain ist bald vorbereitet und schon bald, so hofft der Kanton, werden die Landübernahme-Verträge unterschrieben. Auf der planerischen Ebene müssen die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Der Regierungsrat hat vor kurzem die Nutzungsplanung Attisholz Süd genehmigt.

In seinen Erwägungen hält der Regierungsrat fest, dass das 55 Hektaren grosse Areal Attisholz Süd im neuen Richtplan als Entwicklungsgebiet Arbeiten und als Umstrukturierungsgebiet eingestuft ist. Durch die Lage in der Agglomeration Solothurn sei das Gebiet attraktiv für repräsentative und arbeitsplatzintensive Nutzungen.

Dann kam Biogen

In den Jahren 2014 und 2015 fanden Verhandlungen mit Biogen statt. Die Firma ist ein weltweit führendes Biotechnologieunternehmen mit Hauptsitz in Cambridge, Massachusetts (USA) und plant auf einem rund 220 000 Quadratmeter grossen Areal im Attisholz Süd den Bau einer Produktionsstätte für Arzneimittelwirkstoffe.

Die Baufläche für Biogen erstreckt sich über mehrere Parzellen- und Zonengrenzen hinweg. Für die Realisierung des Projektes erschien es zweckmässig, die Parzellen zu bereinigen und die Projektfläche einer einzigen Zone zuzuweisen. Eine Anpassung der Zonen und Zonenvorschriften für die umliegenden Flächen habe sich als notwendig erwiesen.

Neue Gleisanlage

Neben den Zonen musste auch das Erschliessungssystem angepasst werden. Die zentrale Achse (Attisholzstrasse) wurde nach Osten verschoben, die beiden Anschlüsse an Jurastrasse und Nordstrasse optimiert. Der Kanton wird sämtliche Strassen erstellen und anschliessend der Gemeinde Luterbach abtreten. Die Strasse ab der Jurastrasse wird zur Hauptzufahrt für den motorisierten Individualverkehr. Die Strasse werde weniger repräsentativ ausgestaltet sein als die Attisholzstrasse mit ihren Baumreihen, aber ausreichend breit und einseitig mit Trottoir versehen.

Der südliche und der nördliche Abschnitt der Attisholzstrasse sind für Langsamverkehr und eventuell öV vorgesehen, aber noch nicht definiert. Diesen Strassenabschnitten kommt deshalb mit der Genehmigung des Regierungsrates der Erschliessungspläne nicht gleichzeitig die Bedeutung der Baubewilligung zu.

Bis anhin erschloss ein Bahngleis das Dosenbach-Areal. Das Gleis zerschneidet das Biogen-Areal und wird deshalb zurückgebaut. Die Firma Dosenbach soll anderweitig erschlossen werden. Neu werden die Schienen parallel zur Attisholzstrasse geführt. Die ansässige CT-X Rail Service AG ist auf Gleisanlagen angewiesen. Vertraglich hat der Kanton mit CT-X Aspekte wie Ersatz des Stammgleises, die Zuständigkeiten und die Kostenbeteiligungen der neuen Gleisanlage geregelt.

Biogen mit 7-Tage-Betrieb

Der Zweck der Biogen-Anlage ist eine gross angelegte und kommerzielle «gute Herstellungsweise» (current good manufacturing practices). Eingehalten werden dabei geläufige und aktuelle Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung in der Produktion von Arzneimitteln und Wirkstoffen. Im Fall von Biogen wird spezifiziert auf die Produktion von monoklonalen Antikörpern. Vorbild ist eine entsprechende Massenfertigungsanlage in North Carolina (USA). Alle Arbeiten (Zellkultur, Ernte/Wiederherstellung, Reinigung, Versand und Versorgungsbereiche) wurden für einen Rundumbetrieb, 7 Tage in der Woche, entwickelt.

Die gesamte Anlage wird in drei Etappen errichtet. In der Phase 1 sollen das Verwaltungsgebäude, zwei Produktionseinheiten sowie erforderliche Versorgungs- und Infrastrukturanlagen erstellt werden. Der Zeithorizont für die Phasen 2 und 3 ist offen. Das Vorhaben erfordert einen Umweltverträglichkeitsbericht einerseits wegen der Parkplatzanlagen (500 Parkplätze, bei Vollausbau 1200 Parkplätze) andererseits wegen der Produktion von Arzneimittelwirkstoffen (mehr als 100 Tonnen Ausgangsmaterial pro Jahr). Mit den vorliegenden Daten zum Projekt Biogen kann davon ausgegangen werden, dass das Verkehrsaufkommen tiefer zu liegen kommt als bisher angenommen.

Mitwirkungen und Einsprachen

Die öffentliche Mitwirkung ergab elf Mitwirkungsbeiträge, die die Verkehrssicherheit, die Erdverlegung der Hochspannungsleitung, den Lärmschutz (Jurastrasse) sowie die Arbeits- und Ruhezeiten während der Bauphase betrafen. Änderungen an den Nutzungsplänen wurden keine vorgenommen. Zur öffentlichen Auflage gingen zwei Einsprachen ein, welche aber zurückgezogen wurden.

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