Horriwil
Die Auftragsbücher der Gewinde Ziegler AG sind voll

Die Horriwiler Firma Gewinde Ziegler hat ihre Fabrikation ausgebaut. Bald soll noch eine neue Härterei folgen. Am Samstag kann der Familienbetrieb besichtigt werden.

Rahel Meier
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Reto Ziegler vor einer Multi-Funktions-Werkzeugmaschine, die im Erweiterungsbau steht.

Reto Ziegler vor einer Multi-Funktions-Werkzeugmaschine, die im Erweiterungsbau steht.

Hansjörg Sahli

2007 hat die Gewinde Ziegler AG in Horriwil einen Neubau erstellt. Rund 4500 Quadratmeter Produktionsfläche standen damit zur Verfügung. Im letzten November wurde bereits der nächste Erweiterungsbau mit rund 3000 Quadratmetern Produktionsfläche in Betrieb genommen. Und der nächste Ausbauschritt ist ebenfalls bewilligt: Schon in den nächsten Monaten soll mit dem Bau der neuen Härterei begonnen werden.

Diesen Samstag können sich alle Interessierten den Familienbetrieb mit knapp 60 Arbeitsplätzen ansehen. «Selbstverständlich werden die Maschinen laufen, sodass man sich ein Bild darüber machen kann, was und wie bei uns produziert wird», erklärt Firmeninhaber Reto Ziegler. Der Rundgang beginnt im Hochregallager, dann geht es weiter zum ältesten Teil der Firma, wo heute die Lehrlingsausbildung ihren Platz hat und sich die Lohngewindeschleiferei befindet.

Von dort aus geht es weiter in die Innengewindeschleiferei, die Rundschleiferei, in die Montage, dann weiter in die Aussengewindeschleiferei und von dort in die Rollengewindeschleiferei. Als Letztes folgt dann die Abteilung der Weichbearbeitung.

Viel Umsatz mit Spezialteilen

Der Name der Firma sagt es deutlich: In Horriwil dreht sich alles um das Gewinde. Die Gewinde Ziegler AG ist auf das Gewindeschleifen spezialisiert: «Wir sind in der Lage, jegliche Art von Gewinde herzustellen. Aus Flexibilitätsgründen gehört auch das Drehen, Fräsen und Bohren, also die komplette mechanische Bearbeitung dazu.» Die Firma ist ISO 9001:2008 sowie Umwelt ISO 14001:2004 zertifiziert und wegen seinem Bekenntnis zum Klimaschutz von Bund und Kanton als CO2-reduzierter Betrieb anerkannt.

Eine Firma an vier Standorten

Die Gewinde Ziegler AG wurde 1932 gegründet und ist ein Familienunternehmen. Von Linus Ziegler ging die Firma an Urs Ziegler und in 3. Generation an Reto Ziegler über. Reto Ziegler ist Geschäftsführer. In der Geschäftsleitung sind weiter Markus Béguelin (technischer Leiter), José Exposito (Leiter Finanzen und Personal); Daniel Kaufmann (Leiter Qualitätssicherung und Arbeitssicherheit) und Christoph Meier (Produktionsleiter) vertreten.

Der Hauptsitz der Firma ist in Horriwil. Dort arbeiten heute 56 Personen, davon sind acht Lehrlinge. In Genf hat man einen Zweitbetrieb, die Rollvis SA, mit 55 Personen. In Feldbrunnen ist die Gewinde Ziegler AG mit zehn Beschäftigten und in Grenchen ist heute noch der Standort der Härterei, in der sieben Personen beschäftigt sind. Dieser Teil der Fertigung soll schon bald nach Horriwil gezügelt werden. (rm)

Den grössten Umsatz erzielt die Gewinde Ziegler AG heute aber mit den Rollengewindetrieben (RGT), die in der Tochterfirma in Feldbrunnen-St. Niklaus produziert werden. Diese Spezialteile werden beispielsweise in Neigezügen, Schleusen, Automobilfertigungslinien und Operationsroboter eingebaut. Laut Reto Ziegler gibt es weltweit nur rund fünf Firmen, die in der Lage sind, diese speziellen Spindeln herzustellen.

Franken macht zu schaffen

Da die Gewinde Ziegler AG viele ihrer Produkte exportiert, macht ihr der starke Frankenkurs zu schaffen. «Wir haben volle Auftragsbücher, aber die Margen sinken», so Ziegler. Begegnen könne man dieser Situation nur, indem man weiter automatisiere. Keine Freude hat Ziegler an den viel gepriesenen Standortvorteilen des Kantons. Die kantonale Wirtschaft und Industrie fühle sich von der Politik nur wenig unterstützt.

«In der Gemeinde Horriwil fühlen wir uns wohl», so Ziegler. Aber er habe den Eindruck, dass der Kanton die hiesige Industrie zu wenig schätze. Und er kann sich gut vorstellen, dass Forschung und Entwicklung, Verkauf und Marketing irgendwann aus dem Kanton Solothurn ausgelagert werden.

Am Samstag soll nun aber mit der Bevölkerung gefeiert werden. «Auch wenn die Situation zurzeit schwierig ist. Die neue Produktionshalle macht uns viel Freude und wir haben auch noch Platzreserven», so Ziegler.

Tag der offenen Tür, Samstag, 27. Juni, 9 bis 16 Uhr.

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