Biberist
Entlastung des St. Ursen-Kreisels schreitet voran

Der Engpass St.Ursen-Kreisel in Biberist soll entlastet werden. Der Gemeinderat steht grossmehrheitlich hinter dem Bauprojekt, das nächsten März beginnt.

Beatrice Kaufmann
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Die Busspur, die zwischen Taubenmoosweg (südlich Enge) und dem Aesplikreisel bereits besteht, wird südlich des Kreisels bis zum Knotenpunkt Waldstrasse verlängert

Die Busspur, die zwischen Taubenmoosweg (südlich Enge) und dem Aesplikreisel bereits besteht, wird südlich des Kreisels bis zum Knotenpunkt Waldstrasse verlängert

Hanspeter Bärtschi

Den Gemeinderat beschäftigte am Montagabend vor allem der Engpass St. Ursen-Kreisel, der bald entlastet werden soll. Die Busspur, die zwischen Taubenmoosweg (südlich Enge) und dem Aesplikreisel bereits besteht, wird südlich des Kreisels bis zum Knotenpunkt Waldstrasse verlängert, was für die Einwohnergemeinde Zusatzkosten von 378‘800 Franken mit sich bringt.

Diese Spur werden sich Bus, Velos und Taxis teilen, wie Peter Portmann (Amt für Verkehr und Tiefbau) erklärte. Taxis profitieren dabei vom neuen Ampelsystem: Befindet sich ein Bus oder ein Taxi auf der entsprechenden Spur, so springt die nächste Ampel, im Aesplikreisel bzw. an der Waldstrasse, für den Individualverkehr auf rot. Dies, sofern ein Stau besteht, den der öffentliche Verkehr so umfahren kann.

Markus Dick sprach sich im Namen der SVP gegen dieses Vorgehen aus. Der Gemeinderat habe das Legislaturziel, sich dem Privatverkehr zu widmen. Dieser werde aber «schikaniert», während der ÖV, der den Stau verursache, bevorzugt werde. Tatsächlich wird sich die Reisezeit für den Privatverkehr nicht verändern. Stattdessen wird der Verkehr ausserorts gestaut, damit jener im Dorf flüssiger läuft. Im Projekt vorgesehen sind weiter eine Betonsanierung, lärmdämmende Deckbeläge, der behindertengerechte Umbau der Haltestellen «Waldstrasse» sowie eine Abbiegefläche beim Taubenmoosweg. So sollen künftig auch Fahrzeuge von Biberist her ins Naherholungsgebiet abbiegen können. Der dort gelegene provisorische Fussgängerstreifen soll zudem definitiv platziert werden, so Portmann.

Einige Gemeinderäte äusserten Bedenken bezüglich der Sicherheit für Velos, die sich die Spur mit Bus und Taxis teilen müssen. Portmann räumte ein, man habe mit den Taxis noch wenig Erfahrung, die gemeinsame Nutzung durch Bus und Velos sei jedoch unproblematisch. Weiter versicherte er, dass die Lichtsignalanlagen Waldstrasse und jene am Bahnübergang RBS aufeinander abgestimmt würden. Zudem werden die Ampeln an der Wald- wie an der Aesplistrasse nachts voraussichtlich ausgeschaltet.

Der Gemeinderat sprach sich schliesslich grossmehrheitlich für das Projekt aus und genehmigte die Aufnahme von zusätzlichen 378‘800 Franken in den Voranschlag 2016. Die Planauflage läuft noch bis am 8. September, mit dem Bau soll im März 2016 begonnen werden.

Agglomerationsprogramm läuft weiter

Diese Verkehrsmassnahmen sind Teil des sogenannten Agglomerationsprogramms II Solothurn. Dieses bezweckt die Umsetzung einer nachhaltigen Verkehrs- und Raumordnungspolitik im Raum Solothurn. Wie Uriel Kramer (Präsident Bau- und Werkkommission) dem Gemeinderat mitteilte, würden alle Punkte der Agglomerationsprogramme I und II umgesetzt.

Eine Ausnahme bildet eine Massnahme auf der Bernstrasse zwischen Lohn-Ammannsegg und Biberist, deren Wirksamkeit im Vergleich zu anderen als gering eingestuft wird. Kramer erklärte, die Bau- und Werkkommission habe nun Vorschläge für die dritte Generation des Projekts eingereicht. Die konkreten Eingaben werden, nach einer Prüfung durch den Kanton, den beteiligten Gemeinderäten 2016 wieder vorgelegt.

Im Weiteren genehmigte der Gemeinderat die Unterzeichnung zweier neuer Dienstbarkeitsverträge für die Sirenen an der Burgunderstrasse 13 und der Fabrikstrasse 4. Diese wurden aufgrund der Umstellung auf ein neues Betriebssystem fällig. Ein weiterer Dienstbarkeitsvertrag wird mit der GA Weissenstein abgeschlossen, damit diese an der Sonnenrainstrasse auf dem GB Nr. 581 eine Leichtwellenleiter-Verteilkabine errichten und unterhalten kann. Diese wird im Zusammenhang mit der Glasfaserverkabelung benötigt. Weiter informierte Martin Blaser die Räte über die Ankunft der Fahrenden auf dem Bleichenberg (wir berichteten). Man werde nun prüfen, was zu unternehmen sei, sollten die Wohnwägen nach dem 9. September noch immer dort stehen.

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