Lüsslingen-Nennigkofen
Im Gewerbegebiet Holen versorgen sich mehrere Betriebe mit Strom vom Strausak-Dach

Im Gebiet Holen neben Betonwerk und Bahnhof ist in den letzten Jahren auf brach liegendem Land ein grösseres Gewerbegebiet entstanden. Schnell konnte die Gemeinde die Parzellen verkaufen. Unter anderem hat sich auch die Strausak Holzbau AG entschieden, dort eine grosse Produktionshalle zu erstellen.

Urs Byland
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Karl Hauswirth (Mitte) erklärt gemeinsam mit Roman Strausak (links) und Ruedi Peterzelka die Verteilanlage. uby

Karl Hauswirth (Mitte) erklärt gemeinsam mit Roman Strausak (links) und Ruedi Peterzelka die Verteilanlage. uby

Urs Byland

In Bezug auf die Stromversorgung geht die Strausak Holzbau AG einen unkonventionellen Weg und spannt mit der Genossenschaft OptimaSolar zusammen. Das 1600 Quadratmeter grosse Hallendach ist eine Indach-Photovoltaikanlage mit über 1000 Modulen. Die Firma Strausak Holzbau AG vermietet das Dach an die Genossenschaft, die die Anlage finanzierte. Strausak erhält als Miete fünf Prozent der Netto-Investitionskosten in Form von Genossenschaftsanteilen. Gefunden wurden zudem in der Nachbarschaft mit der Firma Getreidesilo Kohler AG und der Firma Lagerhaus Lohn Maison Virchaux AG zwei weitere interessierte Firmen, welche Solarstrom vom Strausak-Dach nutzen.

Solarstrom selber nutzen

Die Zusammenarbeit von Strausak Holzbau AG und Genossenschaft OptimaSolar lohnt sich für beide Seiten. Die Investitionskosten für die Indach-Solaranlage sind für den Betrieb zu hoch, da kommt ein Partner wie OptimaSolar gerade recht. Andererseits: «Wir erhalten für den Überschuss, der ins Netz eingespeist wird, kaum etwas», erklärt Elektroingenieur Karl Hauswirth von OptimaSolar. Da mache es Sinn, dass die drei Firmen den lokal produzierten Strom von OptimaSolar selber nutzen. Dieser direkt vom Hallendach bezogene Strom kommt günstiger als der Strom vom allgemeinen Stromnetz. «Ich erhalte jetzt die Stromrechnung für den Eigenverbrauch von der Genossenschaft Optima Solar», erklärt Roman Strausak.

Der maximal mögliche Ertrag der Anlage auf dem Hallendach liegt bei rund 265 000 Kilowattstunden jährlich. Das entspricht etwa dem Verbrauch von 65 Einfamilienhäusern und ist viel mehr als der Verbrauch der drei Firmen. Geschätzte ein bis zwei Zehntel braucht die Eigenverbrauchs-Gemeinschaft Strausak Holzbau AG. Nochmals so viel wird über eigene Leitungen den zwei Getreidesilos zugeführt. Eine Leitung ist noch frei für eine weitere Partei. Strausak und OptimaSolar hoffen auf den Käufer der letzten Parzelle im Gewerbegebiet. Dort soll sich ein Décolletagebetrieb ansiedeln, der konstant viel Strom brauchen würde.

Einschränkendes Gesetz

Roman Strausak, der den gleichnamigen Betrieb 2014 in vierter Generation übernommen hat, und Karl Hauswirth haben die Anlage zusammen geplant. «Wir haben eigentlich zwei Systeme», erklärt Hauswirth die Besonderheit der Anlage. Einerseits die Verbrauchergemeinschaft am Einspeisepunkt Strausack AG mit einer Werkstatt und zwei Wohnungen. Andererseits die beiden anderen Firmen: Sie erhalten einen Teil des dort produzierten Stroms direkt von der Solaranlage bei ihren eigenen Einspeisepunkten. «Sie haben ihren Einspeisepunkt im allgemeinen Netz behalten», erklärt dazu Hauswirth. Wäre eine Verbrauchergemeinschaft in gesetzeskonformem Sinn entstanden, dann hätten die beiden anderen Firmen auch vom Einspeisepunkt der Strausak AG aus mit dem allgemeinen Strom versorgt werden müssen. Zur Erklärung: Diese Verbindung ist nötig, um Strom beziehen zu können, wenn die Anlage auf dem Dach zu wenig produziert. Man hätte aber die Netzanschlüsse der beiden anderen Firmen, das heisst eine bestehende Netzinfrastruktur, die bei der Erschliessung des Areals erstellt wurde, zurückbauen müssen. «Das fanden wir nicht gut. Man würde eine Ringstruktur aufgeben, welche für die Versorgungssicherheit besser ist als eine zentrale Struktur», so Karl Hauswirth.

Eigene Leitung gebaut

Trotzdem musste OptimaSolar, physikalisch unnötig, eigene Leitungen bauen, um die beiden Silos mit Solarstrom zu versorgen, da das öffentliche Netz zur Lieferung von solarem Eigenstrom nicht benutzt werden darf. Karl Hauswirth hofft stark, dass in Zukunft der Solarstrom über das öffentliche Netz und nicht über eigene Leitungen transportiert werden darf.

Am Samstag, 18. Mai, wird ein Tag der offenen Tür durchgeführt.

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