Jubiläumsfeier
«Es gibt uns noch»: Seit 25 Jahren für Waldeigentümer und Bürgergemeinden da

Der Bürgergemeinden und Waldeigentümer Verband Solothurn-Lebern-Wasseramt feierte sein Jubiläum coronagerecht in kleinem Rahmen. Seine Arbeit sei wichtiger denn je, meint Präsident André Hess.

Rahel Meier Jetzt kommentieren
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Nur eine beschränkte Anzahl an Gästen wurde an die Jubiläumsfeier eingeladen.

Nur eine beschränkte Anzahl an Gästen wurde an die Jubiläumsfeier eingeladen.

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Montag, 2. Dezember 1996: An diesem Tag wurde der Bürgergemeinden und Waldeigentümer Verband Solothurn-Lebern-Wasseramt gegründet. Es war «eine lange Schwangerschaft» bis zur Geburt, erklärte Christoph Oetterli bei den Feierlichkeiten zum 25-Jahr-Jubiläum.

Christoph Oetterli

Christoph Oetterli

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Oetterli war der erste Präsident des BW SoLeWa und hat sich die Mühe gemacht, die Geschichte des Verbandes zusammenzufassen. Der BW SoLeWa verfolgt gemäss Statuten mehrere Zwecke.

Einer der wichtigsten ist sicher die Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch der Bürgergemeinden und Waldeigentümer in den drei Bezirken. Der Verband unterstützt zudem einerseits die Bürgergemeinden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und andererseits die Waldeigentümer bei der Wahrung ihrer gemeinsamen Interessen.

Arbeit an der Basis

Immer wieder ein Thema ist die Aufklärung der Öffentlichkeit über Aufgaben und Bedeutung der Bürgergemeinden und der Waldwirtschaft. «Wir arbeiten an der Basis», erklärt André Hess (Präsident BW SoLeWa).

«Wir kennen die Probleme unserer Mitglieder.»

Die Waldbesitzer würden alle mit ähnlichen Problemen kämpfen. «Die Arbeit im Wald ist seit vielen Jahren defizitär. Gleichzeitig wächst der Druck durch die heutige Freizeitgesellschaft.» Bei den Bürgergemeinden gehe es heute vor allem darum, weiter zu überleben.

«Jede Bürgergemeinde die verschwindet, ist ein Verlust.»

Es bestehe die Gefahr, dass die Kernkompetenzen der Bürgergemeinden – vor allem die Pflege des Waldes – bei einer Fusion zu einer von vielen Aufgaben innerhalb der Gemeinde verkomme und damit zur Nebensache werde.

Kanton und Bezirk

Entwicklung erfolgte parallel

Mitte der 1990-er-Jahre gab es im Kanton Solothurn pro Bezirk einen Waldwirtschaftsverband. In diesen waren die grossen Waldbesitzer – vorwiegend Bürgergemeinden – organisiert. Um eine stärkere Stimme zu erhalten wollte man damals die zehn Verbände zu drei neuen Organisationen zusammenführen. Im oberen Kantonsteil gelang dies nur teilweise. Solothurn, Lebern und das Wasseramt schlossen sich zusammen, der Bucheggberg blieb allein.

Parallel dazu trat am 1. Januar 1996 das neue Waldgesetz in Kraft und auch auf kantonaler Ebene ergab sich eine Veränderung. 1997 wurde der Verband der Bürgergemeinden des Kantons Solothurn nach einer Totalrevision der Statuten neu zum Bürgergemeinden und Waldeigentümer Verband Kanton Solothurn BWSo. Damit ist auch erklärt, wieso der neue Verband im oberen Kantonsteil sich schon 1996 den neuen Namen Bürgergemeinden- und Waldeigentümerverband gab. (rm)

Der Austausch untereinander ist wichtig

André Hess

André Hess

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Heute legt der BW SoLeWa darum auch vermehrt Wert auf Anlässe, die dem Austausch untereinander dienen. Jedes Jahr wird unter ein Leitmotiv gestellt. Die Verbandsanlässe orientieren sich dann an diesem Thema. So ging es in einem Jahr beispielsweise um «Verwurzelung». Damit wurden sowohl die Waldbesitzer als auch die Bürgergemeinden angesprochen.

Ein anderes Leitmotiv war der «Kraftort Wald», das Thema das dann auch zur Sonderschau an der Herbstmesse Solothurn (Heso) wurde.

Der BW SoLeWa hat übrigens nicht nur gute Zeiten hinter sich. Rund zehn Jahre nach der Gründung und nach der Demission eines grossen Teiles des damaligen Vorstandes brauchte es grosse Anstrengungen, um den Verband wieder neu aufzustellen.

«Wir haben darum mit dem Jubiläum auch gefeiert, dass es uns überhaupt noch gibt.»

Wieder vermehrt Einbürgerungen

Im Übrigen ist Hess zuversichtlich, dass solche Krisen der Vergangenheit angehören. Es würden sich heute wieder vermehrt Leute einbürgern lassen. Das zeige, dass Bürgergemeinden weiterhin wichtig bleiben. Gemeinschaften wie eine Bürgergemeinde, aber auch der Wald, sei für viele Menschen in der Region gleichbedeutend mit Heimat.

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