Drei Höfe
Künstler stellen Leib und Seele gegenüber

Die neuen Arbeiten der Kunstschaffenden Sarah Weya und Rolf Blaser im NäijereHuus Hersiwil widmen sich dem Thema Mensch.

Hans R. Fröhlich
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Rolf Blaser und Sarah Weya zeigen ihre Arbeiten zum Thema Mensch.

Rolf Blaser und Sarah Weya zeigen ihre Arbeiten zum Thema Mensch.

Hans R. Froehlich

Das Schaffen und die Bilderwelt von Sarah Weya sind in stetem thematischem und technischem Wandel begriffen. Die gelernte Polygrafin aus Lommiswil hat sich autodidaktisch zur Malerin entwickelt.

Hintergründig hat sich die heute freischaffende Künstlerin stets mit dem Menschen, in allegorischen Bildern, seinem Ego und philosophisch mit seiner Bestimmung auseinandergesetzt.

Seit einem Jahr setzt sich Sarah Weya mit der menschlichen Psychologie und den typologischen Phänomenen auseinander. Gleichzeitig hat sie einen völlig neuen Malstil entwickelt.

Die Gesichter ihrer allegorischen Darstellungen sind als ein Liniennetz, vergleichbar mit kartografischen Höhenkurven, gestaltet. Dieses originelle Stilmittel bewirkt besondere Schrulligkeit und zudem die Illusion einer dritten Dimension.

Die Bilderreihe ist jeweils bestimmten Charakteren wie «Einer der Vögel bekommt», «Der Neidvolle», «Ein Verliebter» oder «Der Träumer» zugeordnet. Eine Installation mit zentralem Spiegel, umgeben von Gesichtern verschiedenster Gemütszustände, ermöglicht dem Betrachter auf der Assoziationsebene seine eigene momentane Stimmungszuordnung.

Körper von Blaser

Seit vielen Jahren befasst sich Rolf Blaser (La Chaux-de-Fonds) mit der figurativen Malerei. Sein Hauptmotiv ist die menschliche Figur. Fast immer gestaltet er sie aus der Erinnerung.

Auffallend dabei ist die wiederholte Verwendung seines Spiegelbildes. Daher auch eine geschwisterliche Ähnlichkeit seiner nackten Figuren, welche in einem Zwischenbereich der Porträtmalerei und der klassischen Aktmalerei mit einem hedonistischen Akzent zuzuordnen sind.

Einen Unterschied dazu bildet der generell verwendete braune Fleischton, was einen etwas ältlichen Eindruck entstehen lässt. Obwohl die Erfassung der Körper und Gestik eine Gleichzeitigkeit von Aussen- und Innenschau ermöglicht, führt die bewusste Unentschiedenheit zu seltsam fremden und befremdenden Figuren.

Die eigenwilligen Darstellungen und Positionen entbehren zwar nicht einer Portion Ironie. Trotzdem bleibt die Frage offen, welcher Geist in diesen sinnlichen und muskulösen Körpern wohnt. Ihr Innenleben bleibt unbekannt.

Ihre Blicke gehen ins Leere oder konzentrieren sich auf Ziele ausserhalb des Bildes. Mit derselben Mischtechnik auf Hartfaserplatte bearbeitet Rolf Blaser seine Kopffüssler und einige Arbeiten zum Thema geografische Pläne. Auf diesen nur auf Distanz wirkenden Bildern ist aus der Nähe betrachtet, nichts Bestimmtes zu erkennen.

Öffnungszeiten: Sa/So, 14 bis 17 Uhr, Mi, 15 bis 18 Uhr und Fr, 18 bis 20 Uhr. Bis 22. November.

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