«Naturerlebnisraum Emme»
Waldwanderweg in Biberist geplant: Der 10. Solothurner Wanderweg soll der Emme entlang führen

Der zehnte Solothurner Waldwanderweg steht vor der Realisierung.

Marlene Sedlacek
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Der Emme wird die Ehre zuteil, Bühne für einen Waldwanderweg zu werden. Unter dem vorläufigen Namen «Naturerlebnisraum Emme» arbeitet das kantonale Amt für Wald, Jagd und Fischerei (AWJF) zusammen mit dem Amt für Umwelt (AfU) und dem Amt für Raumplanung (ARP) den zehnten Waldwanderweg aus.

Der Weg wird bei der Emmenbrücke in Biberist starten, bis zum Emmenspitz führen und auf der anderen Uferseite wieder zurück. Er soll ein Naturerlebnis bieten mit dem Wald als rotem Faden. «Auch wenn man sich im Moment noch fragt, wo der Wald ist», meinte Daniela Gurtner, Kreisförsterin der Region Solothurn, an der Informationsveranstaltung. Doch in kurzer Zeit werde der Fluss wieder eingewaldet sein, prophezeit sie.

Waldwanderweg entlang der Emme von der Biberister Emmebrücke bis zum Emmespitz und am anderen Ufer zurück.

Waldwanderweg entlang der Emme von der Biberister Emmebrücke bis zum Emmespitz und am anderen Ufer zurück.

Hanspeter Bärtschi

Fernrohr, Holzxylofon und Plattform

«Der Weg wird thematisch sehr breit gefasst», erklärte Daniela Gurtner. Unterwegs werden die Wanderer an verschiedenen Posten Auskunft bekommen zu Themen wie Tier- und Pflanzenwelt, Neophyten oder Bodenaufbau.

Auch die menschliche Infrastruktur gehört zum Lebensraum, wie beispielsweise die Fernwärmeleitung oder die Bahnlinie. Infotafeln über die Gemeinden werden diesbezügliches Wissen vermitteln. Der Weg wird auch Bezug nehmen auf das Hochwasserschutz-Projekt und über dessen Ziele, Wirkung und die damit gewonnenen Mehrwerte aufklären.

Der Waldwanderweg soll entlang der Emme führen.

Der Waldwanderweg soll entlang der Emme führen.

Hanspeter Bärtschi

Drei Installationen werden den Weg vervollständigen. Nämlich ein Fernrohr, ein Holzxylofon und eine Beobachtungsplattform. Ein Wanderführer im Leporello-Format beschreibt den Weg detailliert und macht auf Highlights unterwegs aufmerksam. Ein Kochrezept mit Zutaten, die man in unseren Wäldern findet, rundet das Booklet ab.

Um ein Ausufern in einen Schilderwald zu verhindern, werde der Waldwanderweg Synergien mit anderen bestehenden Projekten nutzen, betonte die Försterin. Er werde abgestimmt auf Konzepte wie die Emme-App, das Projekt «Natur und Naherholung im Emmeraum», den Industrielehrpfad und werde die grossen Infotafeln des Hochwasserschutz-Projekts ergänzen.

An der Emme.

An der Emme.

Hanspeter Bärtschi

Natur vor Ort erfahren statt in der Stube

Geri Kaufmann, Projektleiter vom Büro Kaufman + Bader, das beim Projekt federführend ist, schaute in die Vergangenheit zurück, wie die Idee der Waldwanderwege entstand. «Ursprünglich wollte man die Vielfalt des Waldes in Form eines Buches in die Stuben der Leute bringen», erzählte er den zwölf Anwesenden.

Doch das Buch sei vom Kanton lange Zeit zurückgestellt worden. Dann setzte sich die Idee durch, dass man die Leute besser in die Natur bringt, wo man sie vor Ort zum Beobachten animieren und durch gezielte Infos für die Naturwerte sensibilisieren könne. Seit 2006 sind neun regionenspezifische Waldwanderwege im Kanton realisiert worden.

Ein elfter und letzter ist im Gebiet Weissenstein geplant. Er soll im 2024 eröffnet werden. Die Vorarbeiten für das aktuelle Projekt sind vor sieben Jahren gestartet. Am 15. Mai 2022 soll der Weg im Rahmen des «Ämmefestes» der Bevölkerung übergeben und etwas später offiziell eröffnet werden.

Die Emme bei Biberist im September 2021.

Die Emme bei Biberist im September 2021.

Hanspeter Bärtschi

Kosten wird der Waldwanderweg an der Emme 385000 Franken. Den Grossteil davon übernimmt das AfU. Dazu kommen Beiträge von Bürger- und Einwohnergemeinden, dem ARP und Leistungen des Zivilschutzes. Von Sponsoren erhofft sich Kaufmann 110000 Franken. Das AWJF wird die Kosten für den Unterhalt übernehmen.

Gesucht ist noch ein Name für den neuen Weg. Ebenso ein Rezept, das den Wanderführer vervollständigt. Vorschläge aus der Bevölkerung sind der Planungsgruppe sehr willkommen.

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