Luterbach
Neues Objekt für Industrielehrpfad: Credit Suisse schenkt Gemeinde Turbinenhaus

Die CS Credit Suisse schenkt der Gemeinde Luterbach das 1903 erbaute Turbinenhaus 2 auf dem Schoeller Areal. Der Gemeinderat hat einer Sanierung zugestimmt.

Urs Byland
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Die CS Credit Suisse schenkt der Gemeinde Luterbach ein altes Turbinenhaus auf dem Schoeller Areal am Emmenkanal.

Die CS Credit Suisse schenkt der Gemeinde Luterbach ein altes Turbinenhaus auf dem Schoeller Areal am Emmenkanal.

Andreas Toggweiler

Der Industrielehrpfad Emmenkanal erhält Zuwachs. Der Gemeinderat genehmigte die Übernahme und die Sanierung des letzten verbliebenen Gebäudes auf dem Schoeller Areal. Dort wo zu Spitzenzeiten 5000 Menschen in der Kammgarnfabrik Arbeit fanden und heute die Logistikbauten von DHL stehen, ist noch genau ein Gebäude der ehemaligen Kammgarnfabrik in den letzten 20 Jahren nicht angerührt worden: das Turbinenhaus 2 aus dem Jahre 1903.

Es befindet sich an der Westgrenze des Areals direkt am Emmenkanal. Im und um das Gebäude befinden sich die historischen, technischen Installationen wie Rechenanlage, Überlauf, Turbine, Schwungrad oder Generator.

Die Grundstücksbesitzerin, CS Credit Suisse hat der Gemeinde das Angebot gemacht, das alte Turbinenhaus inklusive dem Umgebungsland (605 Quadratmeter) zu schenken. Zusätzlich will sich die Bank mit einem fünfstelligen Beitrag an den notwendigen Sicherungsmassnahmen beteiligen.

Der Bauverwalter Bernd Schultis bat den Kanton um eine Stellungnahme. Dieser empfiehlt die Übernahme des Gebäudes und stellt eine Beteiligung an den nötigen Sanierungsarbeiten in Aussicht, falls das alte Kraftwerk unter Schutz gestellt wird.

Die Erhaltung des originalen Generatorenraums mit seiner intakten Ausstattung und dem Terrazzoboden sei zu begrüssen. Das Turbinenhaus sei ein wertvolles Puzzlestück im industriegeschichtlichen Baubestand entlang dem Emmenkanal von Gerlafingen bis hinunter zum Areal der früheren Cellulose Attisholz.

Sanierung sichert den Erhalt

Die Sanierung des Gebäudes kostet beinahe 90 000 Franken und sorgt dafür, dass das Gebäude die nächsten Jahrzehnte erhalten bleibt. Der Gemeinderat hatte in Anbetracht der in Aussicht gestellten Beiträge über einen Kredit von 40 000 Franken abzustimmen.

Gemeindepräsident unterstützte den Antrag: «Luterbach war ein Bauerndorf. An diesem Kanal begann die Industrialisierung.» Einzelne Gemeinderäte fragten, was mit dem Gebäude geschehen soll.

«Im Moment geht es um die Sicherung. Später kann man sich überlegen, wie man das Gebäude in den Industrielehrpfad integrieren könnte.» Der Gemeinderat genehmigte die Schenkung und die Sanierung klar bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung.

Planungszone beim Bachacker

Der Gemeinderat greift zum Instrument einer Planungszone, um seinen Vorstellungen Nachdruck zu verleihen. Konkret geht es um den Bachacker, auf dem ursprünglich Lidl und neu die Landi, die kürzlich das Land übernommen hat, bauen will.

Der ursprüngliche Gestaltungsplan Lidl wurde in der Zwischenzeit aufgehoben, ein neuer ist noch nicht eingetroffen. Nun ist aber auch dem Gemeinderat die künftige Nutzung nicht gleichgültig.

Bisher ist auf dem Gebiet eine Gewerbenutzung mit eher geringer Wohnnutzung vorgesehen. Aktuell wäre gar eine reine Gewerbenutzung realisierbar. Das eingezonte, noch unbebaute Land ginge für eine Wohnnutzung verloren.

Heute könnte sich der Gemeinderat das Gegenteil vorstellen: eine reine oder vorwiegende Wohnnutzung. Dazu müssten einzig die Nutzungsvorschriften angepasst werden. Denn auch in Luterbach ist Bauland rar. Neueinzonungen sind nicht realisierbar. Bund und Kanton wollen stattdessen eine dichtere Bauweise.

Zudem wird bereits im räumlichen Leitbild dem Bachacker keine Bedeutung mehr als Arbeitsgebiet beigemessen. Der Ruchacker ist das eigentliche Gewerbegebiet des Dorfes.
«Mit Biogen haben sich die Voraussetzungen verändert. Damit konnten wir nicht rechnen.

Und wir haben immer gesagt, dass der Bachacker für uns ein entscheidendes Areal ist», erklärte der Gemeindepräsident. Die ganze Problematik soll nun in der Ortsplanungsrevision vertieft beurteilt werden. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für eine Planungszone aus, die aktuell aufgelegt wird.