Selzach
Müll in den Gärten und Verkehrschaos: Wie dem Ansturm auf Altreu Herr werden?

Im Gemeinderat wurden Lösungen besprochen, wie mit den Menschenströmen in Altreu umgegangen werden kann. Beispielsweise ein Fahrverbot wurde besprochen. Darüber war man sich allerdings nicht einig.

Nadine Schmid
Drucken
Teilen
An einem sonnigen Tag werden viele Menschen nach Altreu gelockt.

An einem sonnigen Tag werden viele Menschen nach Altreu gelockt.

Hansjörg Sahli

Menschen, die ihren Müll liegen lassen oder im Garten der Anwohnerinnen und Anwohner ihr Geschäft verrichten. Dazu ein Verkehrschaos, bestehend aus Autos, rasenden Velos, Spaziergängern, teilweise mit Kinderwagen. Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Altreu ist all das immer in den warmen Monaten bei schönem Wetter Realität.

Der Gemeinderat hat entschieden, Altreu weit oben auf die Prioritätenliste zu setzen und des Problems mit langfristigen Massnahmen Herr zu werden. Eine Arbeitsgruppe hat sich dem angenommen und nun dem Gemeinderat die ausgearbeiteten Regulierungen vorgestellt. Die Anträge der Arbeitsgruppe umfasste eine Liste, in denen Parkverbote, ein Fahrverbot sowie verschiedene Parkzeitbeschränkungen und eine mögliche Aufsichtsperson aufgeführt waren.

Im Gemeinderat angenommen wurden jedoch nur zwei der Massnahmen, der Rest wurde zur Überarbeitung zurückgewiesen, dies obschon die Abstimmung als dringlich eingestuft worden war.

Situation ist komplex und eine Lösung braucht Zeit

Aus den Voten im Gemeinderat ergab sich schnell, dass die Situation in Altreu, beim Sängeli, zu komplex ist, um eine alles umfassende Lösung in einer Sitzung zu finden. Die Arbeitsgruppe wird bei der Überarbeitung die Überlegungen des Gemeinderats einbeziehen. So war beispielsweise beim angedachten Fahrverbot beim Parkplatz ab der Gemeindestrasse in Richtung «Zum Grüene Aff» nicht ersichtlich, ob es das Problem ohne weitere Vorkehrungen löst.

Mehrere Gemeinderäte, dar-unter auch Hans-Peter Hadorn (CVP), hatten Bedenken: «Wenn das Fahrverbot da platziert wird, dann müsste man Ausnahmen beschliessen, zum Beispiel für die Besucher des Restaurants, und das lässt sich nur schwer überprüfen.» Peter Däster (FDP) fand hingegen:

«Ein Fahrverbot hat eine abschreckende Wirkung, und das ist nicht unwichtig.»

Als Lösung wurde vorgeschlagen, das Fahrverbot mit einem richterlichen Verbot bei den Restaurantparkplätzen zu kombinieren, dies müsste jedoch der Betreiber des Restaurants, Silvan Kocher, umsetzen. Es wurde auch bei der Diskussion um eine Parkzeitbeschränkung bei den Parkplätzen beim «Grüene Aff» deutlich, dass die Gemeinde für gut funktionierende Massnahmen auf eine gemeinsame Lösung mit Kocher angewiesen ist.

Der Gemeinderat tendiert zur Einführung einer Aufsichtsperson, die sich darum kümmert, dass sich die Besucher richtig verhalten. Nach Möglichkeit soll dies die Securitas übernehmen. Auch um vielleicht besser mit tätlich werdenden Gästen umgehen zu können. Und: «Die Securitas käme von aussen und stünde also der Situation in Altreu neutral gegenüber, das wäre vermutlich das Beste», sagte Beat Kohler (FDP). Für die Arbeitsgruppe noch zu klären sind die Kompetenzen dieser Aufsichtsperson.

Zwei Parkverbote kamen durch

Eins nach dem anderen umzusetzen, erachtete der Gemeinderat als wirkungsvoller, anstatt das ganze Massnahmenpaket ins Blaue hinaus zu beschliessen. «Es ist besser, in kleinen Schritten vorwärtszumachen, anstatt es zu überstürzen und dann festzustellen, dass es keine Wirkung hat», schloss Christoph Scholl (FDP). «So können wir beobachten, wie die ersten Massnahmen wirken, und dann überlegen, wie wir weiter verfahren.»

Die Gemeinderäte teilten diese Meinung. Dennoch war es dem Rat wichtig, ein Zeichen für die unter den Bedingungen leidenden Anwohnerinnen und Anwohner zu setzen: Er genehmigte die zwei spruchreifen Massnahmen. Die zwei Parkverbote bei der Entsorgungsstelle und in Altreu Süd. Beide Verbote werden in Kürze öffentlich aufgelegt.

Da das Osterwochenende bevorsteht, wurde über provisorische Massnahmen wie die Retourschwelle in der Nähe des Zentrums Witi diskutiert, die man schon einmal eingerichtet hat. Doch diese fand im Gemeinderat keinen Zuspruch, da sie zu wenig genützt hätte. Der Gemeinderat will sich im Hinblick auf den Sommer in Kürze weiter damit befassen.

Aktuelle Nachrichten