Verkehrssicherheit
Experte warnt vor gefährlichen und haarsträubenden Situationen auf der Schulhausstrasse in Langendorf

Ein Verkehrssicherheitsexperte findet, dass die Situation auf der Langendorfer Schulhausstrasse nicht haltbar ist. Der Gemeinderat lässt jetzt Massnahmen abklären, etwa eine Begegnungszone. Konflikte mit privaten Parkplätzen sind vorprogrammiert.

Hans Peter Schläfli
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Tempo 30 in Langendorf im Schulhausquartier: Das Provisorium soll definitiv eingeführt werden.

Tempo 30 in Langendorf im Schulhausquartier: Das Provisorium soll definitiv eingeführt werden.

Urs Byland

Die provisorische Einführung von Tempo 30 auf der Schulhausstrasse während der Bauarbeiten an der neuen Turnhalle habe sich bewährt, darüber war sich der Gemeinderat Langendorf einig. Alle möchten dort die Temporeduktion beibehalten, doch das Provisorium kann nicht so einfach zum Definitivum werden, erklärte Verkehrssicherheitsexperte Roman Angermann.

Er zeigte im Bereich von der Schulhausstrasse bis zum Steinackerweg viele gefährliche, teilweise sogar haarsträubende Situationen auf und empfahl, dass für das Gebiet eine detaillierte Studie zur Verbesserung der Verkehrssicherheit erstellt wird.

In einem Bereich, wo sich sowohl kleine Kinder als auch viele Senioren bewegen, zeigte Angermann, Fachverantwortlicher Verkehrssicherheit im Amt für Verkehr und Tiefbau, wo die Autos aus der Einfahrt bei der Gartenstrasse direkt über den Fussgängerstreifen fahren. Viele sogenannte «Senkrechtparkplätze» gleich hinter dem Trottoir seien unhaltbar, sagte der Experte, der selber in Langendorf aufgewachsen ist. Angermann sagte dezidiert:

«Verkehrssicherheit geht über Privatinteresse. Diese gefährlichen Senkrechtparkplätze müssen geregelt werden.»

Angermann zeigte Bilder der Fussgängerstreifen, bei denen unbedingt sichere Warteräume geschaffen werden müssten, aber auch unübersichtliche Kurven und Kreuzungen, wo Fussgänger gefährdet sind.

«So oder so gibt es keinen Spielraum»

«Die Sichtbarkeit muss an sehr vielen Stellen verbessert werden», sagte der Experte. Er empfahl, eine möglichst grosse Begegnungszone mit Tempo 20 und uneingeschränktem Vortritt für Fussgänger einzurichten. «So oder so gibt es keinen Spielraum. Hier müssen unbedingt bauliche Massnahmen umgesetzt werden, Tempo 30 alleine genügt nicht.»

Dass das provisorische Tempo 30 nach Abschluss der Bauarbeiten der Turnhalle wieder weggeräumt werden muss, wurde bedauert. «Aber es ist nicht sinnvoll, für die Schulhausstrasse eine eigene Lösung vorzuziehen, es ist besser, die Planung für das ganze Dorf voranzutreiben», sagte Markus Knellwolf. Der Zeitpunkt sei gut, weil sich diese Strasse in einem schlechten Zustand befinde und sowieso saniert werden müsse, ergänzte Iwan Flury.

Auch die Gemeinderäte, die eigentlich gegen flächendeckendes Tempo 30 sind, stimmten danach zu, dass im Bereich von der Schulhausstrasse bis zum Steinackerweg eine Studie erstellt wird, um die Verkehrssicherheit zu verbessern. Gemeindepräsident Hans-Peter Berger definierte das Ziel, der Gemeindeversammlung im Juni 2023 ein umfassendes Projekt mit baulichen Massnahmen vorzulegen.

Scott Siegrist übernimmt das Ressort Sicherheit und Umwelt

Der Gemeinderat hat den Rücktritt der Gemeinderätin Gisela Schultis (SP) zur Kenntnis genommen. Die Projekte, an denen sie mitgearbeitet habe, würden abgeschlossen, deshalb sei es der richtige Zeitpunkt, begründete sie. Ab dem 1. Juli 2022 wird Scott Siegrist (Grüne) das Ressort Sicherheit und Umwelt leiten. Siegrist hatte bei den Wahlen im vergangenen Jahr auf der Liste SP und Grüne kandidiert.

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