Überraschung
Wasserämter Oberst erhält musikalisches Abschiedsgeschenk

Wenn jemand nach vielen Jahren Arbeit aus einem Betrieb austritt, passiert das meist nicht einfach so diskret und lautlos. Auch nicht bei der Armee. Dem Wasserämter Oberst Urs Freiburghaus wurde eine ganz spezielle Ehre zuteil.

Hans Blaser
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Oberst Urs Freiburghaus wird in Sumiswald geehrt
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Der Geehrte: Oberst Urs Freiburghaus.
Der Spielführer: Oblt Fabio Küttel.
Der Komponist: Christoph Walter.

Oberst Urs Freiburghaus wird in Sumiswald geehrt

Hans Blaser

Abschiedsgeschenke von Mitarbeitenden sind weder selbstverständlich noch zwingend. Wenn es sie gibt, spricht das für grosse fachliche und menschliche Kompetenz des austretenden Mitarbeiters. Genau das trifft auf einen Mann zu, der im Wasseramt wohnt und von dem man nicht viel mehr weiss, als dass er in Bern irgendwo beim VBS für das Militär arbeitet. Sein Name ist Urs Freiburghaus.

Als Oberst leistet er derzeit seinen letzten Dienst als Kommandant des Armeestabsteils 160. Dieser besteht je etwa zur Hälfte aus VBS-Mitarbeitern und Milizoffizieren. Er befasst sich mit Objektsicherheit und Sicherheitsfragen und befindet sich momentan im Stabskurs. Sein Nachfolger als Kommandant wird Oberst Peter Christen.

Aus praktischen Gründen erfolgte die Übergabe der Akten, Dokumente und was da alles dazugehört am letzten Donnerstag. Mit dem Militär ist Freiburghaus aber auch beruflich verbunden, auch er arbeitet beim Militärdepartement. Aber auch da ist das Ende in Sicht. Er wird sich Ende Juni in den beruflichen Ruhestand begeben.

An beiden Orten hat Urs Freiburghaus Mitarbeiter und Kollegen, die seine Persönlichkeit in hohem Masse schätzen. Sie standen vor dem Problem, mit welchem Abschiedsgeschenk sie ihm ihre Loyalität und Wertschätzung zeigen könnten. Michel Graf – in beiden Bereichen ein Mitarbeiter von Freiburghaus – hatte als ehemaliger Militärmusiker die zündende Idee. Die Stabsangehörigen liessen ihm zu Ehren einen Marsch komponieren. Den Komponisten musste Graf nicht lange suchen, ist er doch mit diesem, nämlich Christoph Walter, befreundet.

Doch da stellte sich das Problem, wie die Übergabe des Geschenkes zu bewerkstelligen sei. Schliesslich sollte es ja eine Überraschung für den Geehrten werden. Geheimhaltung ist jedoch bei hohen Offizieren kein Fremdwort. Klar war von vornherein, dass ein Militärspiel benötigt wurde, um den Marsch klingend zu überreichen. Klar war auch, dass es im Rahmen des aktuellen Dienstes erfolgen soll.

Nur so war ein stündiges Konzert eines Militärspiels, das zur gleichen Zeit seinen WK absolviert, mehr oder weniger an der Tagesordnung. Dass das Konzert nur beschränkt öffentlich angekündigt wurde, erweckte kein Misstrauen. Da stand ja die Verabschiedung an, zu der durchaus auch die Familie eingeladen werden konnte, ohne Verdacht zu wecken. Das Militärkonzert hätte am letzten Mittwoch auf dem Dorfplatz in Sumiswald wie eines von vielen stattfinden sollen. Des unfreundlichen Wetters wegen wurde es aber kurzfristig in die Kirche Sumiswald verlegt.

Unter der Stabführung von Oblt Fabio Küttel begann das Spiel der Territorialzone 2 – es ist als Brass Band besetzt – mit dem «Bundesrat-Gnägi-Marsch» von Albert Benz sein Konzert. Nach vier weiteren Stücken trat der Stabschef Pete Hirsch ans Pult und setzte zu einer Laudatio auf Urs Freiburghaus an.

Er habe Freiburghaus in all den gemeinsamen Jahren aus allen seinen Jahrgängern, auch wenn diese Brigadiers, Divisionäre und sogar Bundesräte geworden seien, als fachlich und besonders auch menschlich weit überlegen kennen gelernt. Danach verriet er das Geheimnis um das Geschenk: die Uraufführung des neuen Marsches «Le Patron», komponiert von Christoph Walter. Freiburghaus war sichtlich überrascht. Seine feuchten Augen verrieten Rührung.

Sichtlich beeindruckt nahm er nach der verklungenen Uraufführung auch die dekorativ unter Glas gerahmte Original-Direktionsstimme entgegen. Freiburghaus liebt die Blasmusik, das wusste natürlich Michel Graf. Er war sich sicher, mit diesem Geschenk gut anzukommen. Finanziert wurde das nicht etwa durch das Militär, sondern restlos aus privaten Sammelbeiträgen der Stabsangehörigen.

Er habe eine Riesenfreude, bestätigte Freiburghaus danach immer wieder. Er sei ein Blasmusikfan und habe vor einiger Zeit auch begonnen, Trompete zu spielen. Als allgemeiner Musikliebhaber könne er jedes Konzert geniessen.

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