Schneesport

Weltneuheit: Dieser Schneeschuh erlaubt auch Abfahrten

Spezielle Schneeschuhe: Das können die «Crossblades» der Inventra AG

Spezielle Schneeschuhe: Das können die «Crossblades» der Inventra AG

Der Biberister Michael Koch hat für die Firma Inventra AG in Thun den Prototypen für einen speziellen Schneeschuh entworfen. Der «Crossblader» ermöglicht neben dem Steigen auch Gleiten und Hinunterfahren - eine Weltneuheit im Schneesport.

Durch tief verschneite, unberührte Landschaften mit Schneeschuhen lautlos unterwegs zu sein, ist ein erfüllendes Gefühl. Noch lustvoller dürfte das Erlebnis mit dem neuen Schneeschuh «Crossblader» werden, welcher der Biberister Michael Koch entwickelt hat. Die Weltneuheit im Schneesport erlaubt nämlich nicht nur ein Steigen, sondern auch ein Gleiten und Hinunterfahren.

Auf einfache Weise kann dieses neuartige Schneeschuh-System von Steigen auf Fahren umgestellt werden. Der Fellbelag wird durch Drehen kurzerhand zum Skibelag mit Stahlkanten. Dies ohne Ausziehen der Schuhe, weil die Sohle von einem Magnet positioniert wird.

Elegant und leicht präsentiert sich der Schneeschuh in weissem Polyäthylen mit einem sogenannten Doppeldeck-Prinzip. Die schmale Lauffläche ist fürs Fahren auf Hartschnee gedacht, im Tiefschnee dagegen wird die Tragfläche durch das Oberdeck beim Steigen und Fahren deutlich verbreitert.

70 Stundenkilometer möglich

Den Auftrag für die Entwicklung dieses Schneeschuhs erhielt Michael Koch von der Firma Inventra AG in Thun/Steffisburg. «Juniorchef Peter Gertsch ärgerte sich auf einer Schneeschuhwanderung, oben am Berg stehend, weil ihm ein Hinuntergehen bevorstand», erzählt Michael Koch. Noch vom Berg aus habe dieser seinem Vater Ulo Gertsch telefoniert.

Michael Koch mit seinem «Crossblader» – der neue Alleskönner im Wintersport.

Michael Koch mit seinem «Crossblader» – der neue Alleskönner im Wintersport.

Nachdem der Seniorchef zunächst mehrere Prototypen selber entwickelt und getestet hatte, erteilte er Michael Koch den Auftrag für die Umsetzung des Projektes in ein serientaugliches Produkt. Für den studierten Industrial Designer HGKZ (Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich) begann damit die anspruchsvollste Phase der Projektrealisierung. Unzählige einzelne Schritte, angefangen bei den Entwürfen, über stetige Optimierungen, bis hin zu den fünf Prototypen, waren nötig.

In den vergangenen Monaten wurde der Schneeschuh sogar am Lauberhorn – Grossvater Ernst Gertsch rief im Jahr 1930 das Lauberhornrennen ins Leben – mit bis zu 70 Stundenkilometern getestet. Die Filme der Tester, die sich durch die weisse Pracht schlängeln, veranschaulichen das erwünschte Ergebnis.

Miete in Sportgeschäften

«Gedacht ist der ‹Crossblader› für Personen, die das Skifahren beherrschen, es aber abseits des Rummels der Skipisten etwas ruhiger haben möchten oder vielleicht das Anstehen am Skilift satthaben», informiert der Designer. Vorgesehen ist, dass der Schneeschuh in diesem Winter in Sportgeschäften und Vermietungsstellen gemietet und von den Wintersportlern ausprobiert werden kann. Zu kaufen ist er für knappe 600 Franken.

Mit dem «Crossblader» reiht sich eine Erfindung mehr in Michael Kochs Palette. Rund 700 verschiedenste Produkte hat er entwickelt – Kaffeemaschine, Waschmaschine, Laborpumpe, den überall anzutreffenden Hydranten «Welle». In seinem Büro, der i-Design AG Biberist, hängen und stehen unglaubliche 38 nationale und internationale Auszeichnungen.

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